US-Präsident Donald Trump hat erneut eine umstrittene Begnadigungswelle ausgelöst – darunter auch für eine Frau, deren Strafe er bereits in seiner ersten Amtszeit aufgehoben hatte. Die aktuelle Entscheidung löscht ihre zweite Verurteilung aus dem Jahr 2024.
Die Frau, die zuvor bereits wegen Betrugs verurteilt war, hatte nach Angaben des US-Justizministeriums gemeinsam mit ihrem Bruder eine betrügerische Wiederverkaufsmasche mit Großhandelswaren betrieben. Ihre frühere Strafe wegen des Verkaufs gefälschter „5-Hour Energy“-Fläschchen hatte Trump im Jahr 2021 durch eine Begnadigung aufgehoben.
Ein Sprecher des Trump-Lagers bezeichnete die erneute Verurteilung als politisch motiviert. Die Familie sei „gezielt verfolgt“ worden, nachdem Trump sie bereits einmal begnadigt hatte. Laut ihrer Verteidigung sei die Frau „zu Unrecht verurteilt“ worden und nun dankbar, wieder zu Hause zu sein.
Weitere Begnadigungen, darunter eine Ex-Gouverneurin
Neben dieser Begnadigung sollen laut Weißem Haus insgesamt 21 Personen Gnade erfahren haben, neun davon wurden unmittelbar freigelassen. Darunter befinden sich offenbar auch mehrere Personen, die wegen Drogendelikten verurteilt wurden.
Besonders Aufsehen erregt die geplante Begnadigung der ehemaligen Gouverneurin von Puerto Rico, die sich im Sommer 2025 wegen eines Verstoßes gegen das US-Wahlkampffinanzierungsrecht schuldig bekannt hatte. In ihrem Fall war es laut Anklage zu Verstrickungen mit einem Bankier und einem Ex-FBI-Agenten gekommen, die ihre Kampagne mit Geldern unterstützen wollten – angeblich im Gegenzug für politische Gefälligkeiten, darunter die Ernennung eines ihnen genehmen Bankenregulators, während gegen die Bank selbst ermittelt wurde.
Die Beteiligten, darunter der Bankbesitzer und der ehemalige FBI-Agent, plädierten im August 2025 auf schuldig, um einer härteren Strafe zu entgehen.
Politischer Hintergrund?
Laut Trump-nahen Kreisen seien auch diese Ermittlungen politisch motiviert gewesen. Die Untersuchung gegen die Ex-Gouverneurin habe nur wenige Tage nach ihrer öffentlichen Unterstützung Trumps im Wahlkampf 2020 begonnen – ein Zeitpunkt, zu dem Trump noch im Amt war. Verhaftet wurde sie jedoch erst 2022 unter der Regierung von Joe Biden.
In ihrem Gnadengesuch bestreitet die Ex-Gouverneurin jegliche Form von Bestechung oder Gegenleistungen.
Fazit
Mit der aktuellen Begnadigungsrunde knüpft Trump an ein Muster früherer Entscheidungen an: Er nutzt seine politische Bühne, um Strafurteile aufzuheben, die laut seinem Lager politisch motiviert seien – häufig in Fällen mit enger Verbindung zu ihm oder seinen Unterstützern.
Die Entscheidung stößt auf Kritik, da einige der Begnadigten wiederholt straffällig geworden sind oder wegen Korruption im Amt verurteilt wurden. Kritiker sehen darin eine Instrumentalisierung des Begnadigungsrechts – Befürworter sprechen von gerechtfertigter Rehabilitierung.
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