Stellen wir uns vor: Neun Richter in schwarzen Roben lehnen sich nach vollen 98 Minuten hitziger Anhörung zurück, Chief Justice John Roberts räuspert sich und spricht das Urteil:
„Die per Dekret verhängten Zölle des ehemaligen Präsidenten Trump sind verfassungswidrig.“
Ein leises Raunen geht durch den Saal. In Mar-a-Lago fallen gerade zehn Golfschläger um. Und in Peking? Wird erstmal angestoßen.
Was bedeutet das Urteil?
Kurzfassung: Trumps Alleingang beim Handelskrieg war ein juristisches Eigentor.
Seine Zölle, insbesondere auf Stahl, Aluminium und Waschmaschinen (ja, wirklich), basierten auf dem Prinzip: „America First, Paragraphen später.“
Das Gericht sagt nun:
„Ein Präsident kann nicht einfach Handelszölle verhängen wie Ketchup auf Pommes – dafür braucht es Regeln, Verfahren und… naja, Gesetze.“
Und jetzt?
1. Rückerstattungen?
Theoretisch: Ja.
Praktisch: LOL.
Unternehmen, die jahrelang brav Strafzölle gezahlt haben, könnten klagen und Rückzahlungen fordern. Der Staat müsste dann Milliarden blechen – sofern er sie nicht schon für patriotische Mauerteile oder Steakmesser-Kampagnen ausgegeben hat.
2. Handelsbeziehungen?
China, Europa und Kanada reiben sich die Hände. Endlich können sie sagen:
„Wir haben es ja gesagt.“
Die Chance auf neue Deals steigt – zumindest, wenn der nächste Präsident keine Strafzölle auf französische Käsekrümel verhängt.
3. Trumps Reaktion?
Nicht auszuschließen:
- Eine spontane Rede in ALL CAPS auf Truth Social.
- Der Vorwurf, die Richter seien Teil eines globalen Soja-Kartells.
- Und ein 327-teiliger Rant darüber, dass Stahl eigentlich weich sei, wenn man ihn links wählt.
Verfassungsrechtlich? Ein Meilenstein.
Der Supreme Court würde mit so einem Urteil ein klares Zeichen gegen präsidialen Wildwuchs setzen. Es wäre ein Hinweis an alle zukünftigen Präsidenten:
„Handelsrecht ist kein Wunschkonzert.“
Die Gewaltenteilung lebt – und sie trägt Robe.
Fazit:
Wenn der Supreme Court die Trump-Zölle kassiert, wird das Handelsrecht entstaubt, das Weiße Haus juristisch eingenordet und Donald Trump um eine Ausrede reicher.
Was bleibt, ist die Frage:
Was wiegt mehr – 25 % auf chinesische Solarzellen oder 100 % Verfassungsbruch?
Amerika hat gewählt. Diesmal mit Gavel statt X.
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