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TikTok und Tirana

mayns82 (CC0), Pixabay
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In einem überraschenden Schritt hat der albanische Regierungschef Edi Rama verkündet, dass TikTok ab Anfang 2025 für mindestens ein Jahr gesperrt wird. Die Plattform, auf der sich Jugendliche weltweit mit Tanzvideos, Lippensynchronisationen und gelegentlichen Verschwörungstheorien austoben, wird also in Albanien zum digitalen „Schneewittchenschlaf“ geschickt. Die offizielle Begründung? „Zu viel Drama, zu wenig Algebra.“
TikTok-Trauma in Tirana

Der drastische Schritt kommt, nachdem ein Streit zwischen Schülern in Onlinenetzwerken eskalierte und in einer Tragödie endete. Während Eltern, Psychologen und Lehrer nun diskutieren, ob TikTok oder schlicht pubertäre Hormone die größere Gefahr darstellen, zieht die Regierung klare Grenzen: Schluss mit dem Scrollen, es wird gesperrt!

Man könnte fast meinen, Premierminister Rama habe sich von genervten Eltern inspirieren lassen, die ihren Kindern das WLAN kappen, wenn die Hausaufgaben wieder mal ausfallen. „Wer das nächste Jahr auf TikTok verbringen will, muss wohl auswandern – oder sich kreativere Ausreden für Mathe-Defizite einfallen lassen“, kommentiert ein albanischer Student trocken.
Ein globaler Trend: Goodbye, Social-Media-Kids

Albanien ist nicht allein in seinem Feldzug gegen Social-Media-Sucht. TikTok und andere Plattformen haben auch anderswo den roten Daumen bekommen. Australien schob kürzlich unter 16-Jährigen den virtuellen Riegel vor, Spanien führte eine Altersgrenze von 16 ein, und in Florida dürfen unter 14-Jährige ab Januar nicht mal mehr ein Social-Media-Konto eröffnen.

„Früher hat man Kindern den Fernseher verboten, heute verbietet man ihnen TikTok – irgendwann bleibt nur noch Stille und vielleicht ein Buch“, witzelt ein Kommentator. Aber wer weiß? Vielleicht kommt das nächste Social-Media-Highlight ja mit einem Mindestalter von 40 – für Eltern, die endlich ihre peinlichen Tanzversuche posten wollen.
China schaut zu und lächelt

TikTok, das zur chinesischen Gruppe ByteDance gehört, ist weltweit hoch umstritten. Doch während TikTok in vielen Ländern unter Beschuss steht, bleibt ByteDance entspannt. Warum? Nun, jede Schlagzeile über TikTok – selbst, wenn es um Verbote geht – ist immer noch kostenlose Werbung. Vielleicht plant ByteDance ja, TikTok irgendwann in „Das Verbotene Netzwerk“ umzubenennen. Klingt doch direkt noch viel cooler, oder?
Was macht Albanien jetzt ohne TikTok?

Die große Frage ist, was die Albaner ohne TikTok anfangen sollen. Werden wir 2025 eine plötzliche Explosion von Kochvideos auf YouTube erleben, weil niemand mehr seine kulinarischen Kreationen in 15 Sekunden posten kann? Oder werden albanische Teenager ihre Energie auf altmodische Hobbys wie Tagebuchschreiben, Briefmarkensammeln oder – Gott bewahre – echte Gespräche konzentrieren?

Für die Regierung jedenfalls scheint klar: TikTok ist erstmal Geschichte. Und für alle, die trotzdem tanzen wollen, bleibt der gute alte Dorfplatz. Internetfrei, aber immer noch trendig – zumindest, bis 2026 TikTok zurückkehrt und die Tanzbattles wieder von vorne losgehen.

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