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TikTok-Trend mit Mormon-College: Warum die Interviews von BYU-Studenten viral gehen

RosZie (CC0), Pixabay
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Einblicke in eine andere Welt – mit Humor, Verwunderung und jeder Menge Klicks

Auf TikTok sorgt derzeit eine etwas ungewöhnliche Interviewreihe für Furore: Studierende der Brigham Young University (BYU), einer von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) betriebenen Universität im US-Bundesstaat Utah, werden zu Themen wie Sex, Alkohol und Fluchen befragt. Die Fragen sind oft skurril – etwa, ob man lieber Kaffee trinken oder einem Welpen wehtun würde – aber genau das scheint den Nerv der Internetgemeinschaft zu treffen. Einzelne Videos erreichen bis zu 17 Millionen Aufrufe.

Zwischen Keuschheit und Kultstatus

Die Antworten fallen ganz anders aus als man es von typischen US-Campus-Videos kennt: Kein Alkohol, kein Sex vor der Ehe, kein Koffein und keine Flüche – für viele ein Kulturschock mit Unterhaltungswert. Gerade weil die Studierenden so höflich und offen antworten, wirken die Videos nicht herablassend, sondern neugierig und aufschlussreich. Für viele Zuschauer:innen ist es der erste Kontakt mit dem konservativen Lebensstil an einer mormonischen Hochschule.

TikTok-Interviews trotz Hausverbot

Daniel Spencer, Comedian mit 1,7 Millionen TikTok-Followern, startete die Interviews an seiner ehemaligen Uni BYU – bis er 2023 eine Unterlassungsaufforderung von der Universität erhielt. Auch Robert Carpenter, der selbst gar nicht Mormon ist, bekam ein solches Schreiben. Beide betonen, dass ihre Videos nicht der Lächerlichmachung dienen sollen. Die meisten Studierenden seien freundlich, aufgeschlossen – und sich ihres etwas anderen Lebensstils durchaus bewusst.

Warum faszinieren diese Videos so?

Laut Psychotherapeutin Stephanie Sarkis kommt es beim Konsum dieser Inhalte stark auf die eigene Haltung an: Wer mit echtem Interesse zuschaut, kann eine andere Kultur kennenlernen. Wer jedoch nur lacht, weil es „seltsam“ wirkt, verfehlt den Wert der Beiträge. Die Videos zeigen: Auch in einer sehr reglementierten Umgebung wie BYU gibt es Vielfalt, Eigenwilligkeit – und sogar überraschende Romanzen.

So wurde etwa eine Studentin, die in einem Video laut ein Schimpfwort aussprach, zur TikTok-Romanzenheldin: Ein Kommilitone fand sie durch ihre offene Art so sympathisch, dass er sie kontaktierte – inzwischen sind die beiden verheiratet.

Fazit: Zwischen Neugier, Respekt und Entertainment

Die viralen Videos von BYU-Studierenden zeigen eine kleine, sehr spezielle Hochschulwelt, die für viele Internetnutzer:innen ungewohnt und gerade deshalb so spannend ist. Sie erinnern daran, dass hinter jedem Klischee individuelle Menschen mit eigenen Geschichten stehen – und dass jede Uni ihre ganz eigene Subkultur pflegt. Auch wenn dort die Partys um 22 Uhr enden.

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