Jetzt ist es offiziell: Die Tropen sind da. Nur ohne Palmen, aber mit Mücken. Im Elsass, also quasi in Reichweite eines guten Sonntagsausflugs, wurde Mitteleuropas erster Fall von Chikungunya gemeldet – ein Virus, das klingt wie ein hawaiianischer Cocktail, aber leider weniger erfrischend ist.
Verantwortlich für den ungebetenen Virenbesuch ist niemand Geringeres als die asiatische Tigermücke – ein schwarz-weiß gestreiftes Biest, das aussieht wie ein Mini-Zebra auf Speed und in Sachen Nervfaktor jede heimische Gelse in den Schatten stellt. Wo früher Moskitonetz nur was für Abenteuerurlauber in Borneo war, könnte es bald zum fixen Bestandteil der Balkon-Deko in Graz und Wels werden.
Chikungunya: Klingt nach Tanz, fühlt sich aber anders an
Die Symptome? Fieber, starke Gelenkschmerzen und das dringende Bedürfnis, nicht zu tanzen. Chikungunya ist zwar meist nach einer Woche durchgestanden, aber in manchen Fällen halten die Schmerzen länger an – so lange, dass man sich ernsthaft fragt, ob nicht ein Umzug nach Island die bessere Option wäre.
Der jüngste Patient jedenfalls war, laut Behörden, nicht auf Safari, sondern nur im Elsass unterwegs. Keine Tropenreise, keine wilden Nächte – nur Frankreich pur, Wein, Baguette und… Mücken.
Österreich noch verschont – aber nicht mehr lange?
Laut Virologe Norbert Nowotny ist Österreich zwar derzeit noch nicht im Mücken-Fieber, aber: „In zehn Jahren könnte es losgehen.“ Zehn Jahre – das klingt weit weg. Aber so haben wir auch mal über Gelsen in März gedacht.
Tigermücken gibt’s mittlerweile in allen Bundesländern – besonders stadtfein fühlen sie sich in Wien, Graz, Linz und auf Friedhöfen („All-you-can-breed“-Buffet in der Friedhofsvase!). Also liebe Leute: Bitte Wasser in Gießkannen ausleeren, Planschbecken kippen und Regentonnen abdichten. Oder einfach den Sommer gleich im Keller verbringen – mückensicher, kühl, dafür ohne WLAN.
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