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TGI – Das goldene Märchen vom passiven Einkommen mit aktivem Risiko

GDJ (CC0), Pixabay
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Willkommen im Wunderland von TGI.
Hier kauft man nicht einfach Gold. Nein.
Hier kauft man Hoffnung in Gramm, bekommt Rabatte in Prozent, Bonus in Ebenen, Ränge in Edelmetallen – und am Ende vielleicht sogar das Gefühl, bei einem Wirtschaftsmusical mitgespielt zu haben.

Denn während normale Menschen Gold kaufen und es einfach besitzen, denkt man sich bei TGI offenbar:
„Wie können wir einen simplen Goldkauf so kompliziert machen, dass es wie eine Mischung aus Investment, Mystery-Box und Gruppenmeditation wirkt?“

Kapitel 1: Gold kaufen – aber bitte erst in 36 Monaten

Im Customer Basic-Modell kaufst du Gold heute…
…damit du es spätestens in 36 Monaten bekommst.
Bis dahin gibt’s monatlich 2 % Rabatt, und nach 36 Monaten noch einen Treuebonus von 36 % – wobei dieser laut Vertrag „bei zukünftigen, nicht zu erwartenden Marktbedingungen“ auch anders ausfallen kann.
Was übersetzt ungefähr heißt:
„36 % – außer wenn halt nicht.“

Das ist ungefähr so, als würde ein Restaurant sagen:
„Ihr Schnitzel kommt in drei Jahren.
Aber bis dahin sammeln Sie emotionale Panierpunkte.“

Kapitel 2: Sales Premium – für alle, denen Basic noch zu wenig verwirrend ist

Wer wirklich auf die Luxus-Achterbahn will, nimmt Sales Premium:
Da zahlt man zusätzlich eine Premium Advantage Fee von 33,33 % des Kaufpreises.
Dafür gibt’s dann nicht nur 2 %, sondern insgesamt 4 % monatlichen Rabatt.
Klingt wie Magie. Oder wie Excel auf Koffein.

Und jetzt wird’s poetisch:

  • 2/3 des monatlichen Rabatts gibt’s in Cash,
  • 1/3 in Gold,
  • vom Goldanteil werden 75 % sofort in Gold investiert,
  • 25 % gehen wieder für Gebühren drauf.

Kurz gesagt:
Du bekommst Geld, damit du Gold bekommst, von dem du nicht alles bekommst, weil ein Teil dafür draufgeht, dass du es überhaupt bekommst.

Ein Finanzmodell, das klingt, als hätte ein Zauberwürfel einen Steuerberater geheiratet.

Kapitel 3: Passiveinkommen – aber bitte mit 10 Ebenen und Rangsystem

Laut Präsentation ist TGI dein Weg zu „passivem Einkommen“.
Nicht nur mit Goldrabatten von 2–4 %, sondern auch mit:

  • Empfehlungsbonus bis zu 50 %
  • Rangbonus bis zu 12 %
  • dazu 6 Karrierelevel von Bronze bis Diamant
    (ab 50 Empfehlungen / 50.000 € Umsatz bis hin zu 10.000 Empfehlungen / 10 Mio. € Umsatz)

Mit anderen Worten:
Wenn du genug Leute kennst, kannst du vom Goldhandel profitieren, ohne Gold zu handeln – Hauptsache, andere kaufen welches.

Das ist nicht einfach ein Geschäftsmodell.
Das ist LinkedIn mit Kronenlogo und Goldstaubfilter.

Kapitel 4: Rabatt sichtbar – aber bitte noch nicht zu früh freuen

Besonders schön ist die Rabatt Guideline:

  • Kauf zwischen 1. und 15. → Rabatt sichtbar am 16. des Folgemonats
  • Auszahlung aufs Konto am 1. des darauffolgenden Monats
  • Kauf zwischen 16. und Monatsende → Sichtbarkeit später, Auszahlung noch später
  • Auszahlung aber nur, wenn das Verrechnungskonto mindestens 30 € (Kunde) oder 50 € (Empfehlungsgeber) erreicht hat.

Anders gesagt:
Das Geld ist schon da. Also virtuell. Im Backoffice. Emotional. Spirituell. Aber nicht zwingend auf deinem Konto.

Moderne Finanzromantik in ihrer reinsten Form.

Kapitel 5: Der automatische Nachkauf – weil Freiheit überbewertet wird

Im Sales Premium gibt es sogar einen automatischen Nachkauf:
Wenn du nichts machst, wird am 15. oder Monatsletzten automatisch wieder Gold gekauft – sofern genug Geld da ist, um mindestens 1 Gramm Gold inklusive Premium-Vorteil zu erwerben.

Das heißt:
Du bekommst einen Rabatt,
damit du Gold kaufen kannst,
damit du weiter im Modell bleibst,
damit du weiter Rabatt bekommst,
damit du weiter Gold kaufen kannst.

Das ist kein Kreislauf. Das ist ein spirituelles Hamsterrad in Edelmetalloptik.

Kapitel 6: Die Aktie – exklusiv, unverbindlich und natürlich einmalig

Dann kommt noch das Aktienkauf-Vorreservierungsformular:

  • Börsengang für 2025 geplant
  • die ersten 10.000 Kunden
  • Aktie um 23 Euro
  • dazu exklusive Umsatzbeteiligung
  • aber: unverbindliche Vorreservierung, kein Kaufvertrag, alles vorbehaltlich rechtlicher und regulatorischer Freigaben.

Das liest sich wie:
„Sichern Sie sich jetzt Ihre einmalige Chance auf etwas, das vielleicht irgendwann unter Umständen eventuell existieren könnte.“

Ein bisschen wie Konzerttickets für eine Band,
die sich erst noch gründen muss.

Kapitel 7: Die große Erzählung – Gold, Minen, Gewinne, Legenden

Die Präsentation erklärt außerdem, woher all die schönen Rabatte kommen:

  • günstiger Gold-Einkauf
  • Investitionen in den Minenbetrieb
  • Gewinne aus Abbau und Veredelung, die als Rabatte und Boni weitergegeben werden.

Und die „Golden Empire Legacy Limited“ bestätigt in einem Schreiben, dass das Handelsvolumen „immer durch Versicherung gedeckt“ sei und Investitionen in Mining-Equipment fließen.

Klingt großartig.
Klingt majestätisch.
Klingt vor allem so, als hätte jemand gesagt:

„Wie machen wir aus einem Goldkaufvertrag eine Netflix-Doku mit Bergbau, Versicherung und einer Firma namens Golden Empire Legacy Limited?“

Fehlt eigentlich nur noch Morgan Freeman als Sprecher.

Kapitel 8: Das Plausibilitätsgutachten – mit Sternchen, Prämissen und sehr viel „wenn“

Dann gibt’s noch die Zusammenfassung der Plausibilitätsprüfung.

Darin steht sinngemäß:
Das Modell könne „unter den oben angeführten Prämissen“ als plausibel und machbar gelten.
Diese Prämissen beinhalten u. a.:

  • unveränderter Geschäftsgang
  • keine massiven Marktverwerfungen
  • keine höhere Gewalt
  • ausreichende Bonität der beteiligten Unternehmen
  • rechtliche und technische Plausibilität (nicht vollständig geprüft)
  • Risiken seien den Kunden bewusst.

Also zusammengefasst:

„Wenn alles gut läuft, nichts Unerwartetes passiert, alle Annahmen stimmen und niemand stolpert – dann könnte das schon irgendwie funktionieren.“

Das ist ungefähr die gleiche Sicherheit wie:

„Falls Wetter, Reifen, Motor und Schwerkraft mitspielen, dürfte die Reise angenehm verlaufen.“

Fazit im Stil „Die Bewertung“

TGI verkauft nicht bloß Gold.
TGI verkauft ein Erlebnis.

Ein Erlebnis zwischen:

  • Goldsparplan,
  • Empfehlungsmarketing,
  • Rangsystem mit Bronze-Silber-Gold-Diamant,
  • Bonuslogik aus einem Paralleluniversum,
  • Aktien-Vorreservierung mit Vision 2025,
  • und einem Backoffice, in dem Geld sichtbar ist, bevor es real wird.

Es ist die perfekte Lösung für alle, die beim Wort „einfach“ nervös werden.

Während andere fragen:
„Wo ist mein Gold?“

fragt man hier eher:
„Ist mein Rabatt schon sichtbar, auszahlbar, automatisch nachgekauft, im Verrechnungskonto, im Depot, in Cash, in Gold oder noch in der spirituellen Vorstufe?“

Abschlusssatz

TGI – wo aus einem Gramm Gold ein Karriereplan, ein Bonusbaum, ein Rangsystem, ein Vorbörsen-Traum und ein Backoffice-Abenteuer wird.
Oder kurz:

„Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Manches ist einfach ein PDF mit 4 % Rabatt und 36 Monaten Lieferzeit.“

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