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Texas stoppt Hinrichtung von „Desert Killer“ David Leonard Wood – Zweifel an der Beweislage

coopmunster (CC0), Pixabay
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Das höchste Gericht in Texas hat überraschend die Hinrichtung von David Leonard Wood gestoppt, nur 48 Stunden bevor er per Giftinjektion hingerichtet werden sollte. Wood, der seit fast vier Jahrzehnten in der Todeszelle sitzt, wurde 1987 wegen der Morde an sechs Frauen und Mädchen in El Paso verurteilt. Doch neue Zweifel an der Beweislage führten nun zu einem Aufschub auf unbestimmte Zeit.

Keine DNA-Beweise gegen Wood – Verurteilung auf Indizien gestützt

Wood, der stets seine Unschuld beteuert, wurde vor allem durch indirekte Beweise und Aussagen von Gefängnisinsassen belastet, die behaupteten, er habe ihnen die Morde gestanden. Doch:

  • Es gibt keine DNA-Beweise, die ihn mit den Morden in Verbindung bringen.
  • Von über 135 sichergestellten Beweisstücken wurden nur drei getestet – eines davon schloss Wood als Täter aus.
  • Zwei der Hauptbelastungszeugen erhielten erhebliche Strafminderung, was ihre Glaubwürdigkeit infrage stellt.

Woods Anwalt, Gregory Wiercioch, kritisierte das Vorgehen der Staatsanwaltschaft scharf: „In einem Fall mit sechs Opfern würde man erwarten, dass es eine erdrückende Beweislast gibt – aber hier gibt es kaum etwas.“

Familien der Opfer gespalten über Entscheidung

Die Entscheidung sorgt bei den Angehörigen der Opfer für gemischte Reaktionen:

  • Jolieen Gonzalez, die Schwester einer der Ermordeten, hält die Entscheidung für gerechtfertigt: „Ich glaube nicht, dass er für den Mord an meiner Schwester sterben sollte.“
  • Marcia Fulton, deren 15-jährige Tochter Desiree Wheatley getötet wurde, zeigt sich enttäuscht: „Ich habe meiner Tochter an ihrem Grab versprochen, dass sie Gerechtigkeit bekommt. Dieses Warten ist unerträglich.“

Nächste Schritte: Neue Untersuchungen oder endgültige Exekution?

Ob Wood tatsächlich eine neue Untersuchung oder DNA-Tests erhält, bleibt abzuwarten. Die texanische Generalstaatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu dem Urteil geäußert. Sollte das Gericht die Hinrichtung endgültig bestätigen, könnte Texas einen neuen Termin ansetzen.

Der Fall wirft erneut grundsätzliche Fragen zur Todesstrafe in den USA auf – insbesondere über die Gefahr von Fehlurteilen und den Umgang mit unbewiesenen Anschuldigungen.

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