Zwei neue französische Studien haben erstmals Hinweise darauf gefunden, dass bestimmte Konservierungsstoffe in Lebensmitteln das Risiko für Krebs und Typ-2-Diabetes deutlich erhöhen könnten. Die Forschung basiert auf Daten aus der Langzeit-Ernährungsstudie NutriNet-Santé, an der über 170.000 Personen teilnahmen.
„Diese Konservierungsstoffe sind weltweit in der Lebensmittelindustrie verbreitet – in Europa, den USA und darüber hinaus“, sagte die Studienleiterin Mathilde Touvier vom französischen Institut für Gesundheitsforschung.
Krebserkrankungen durch „sichere“ Zusatzstoffe
In einer der Studien, veröffentlicht im British Medical Journal, wurde der Zusammenhang zwischen dem Konsum von 58 Konservierungsstoffen und dem Krebsrisiko bei über 105.000 Personen untersucht. Dabei zeigte sich: Sechs häufig verwendete Zusatzstoffe, die von der US-Lebensmittelbehörde (FDA) als „allgemein sicher“ eingestuft sind, standen signifikant mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung.
Dazu gehören unter anderem:
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Natriumnitrit (32 % höheres Risiko für Prostatakrebs),
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Kaliumnitrat (22 % höheres Risiko für Brustkrebs),
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Kaliumsorbat, Kaliumdisulfit, Essigsäure und Acetate, die in verarbeiteten Fleischwaren, Backwaren, Wein, Käse und Saucen vorkommen.
Auch bestimmte antioxidative Zusatzstoffe wie Erythorbate, die aus fermentiertem Zucker gewonnen werden, standen mit einem höheren Krebsrisiko in Verbindung.
Diabetes-Risiko deutlich erhöht
Die zweite Studie, veröffentlicht in Nature Communications, analysierte den Zusammenhang zwischen Konservierungsstoffen und Typ-2-Diabetes bei rund 109.000 Teilnehmenden ohne Vorerkrankung. Ergebnis: Zwölf von 17 untersuchten Zusatzstoffen erhöhten das Risiko um bis zu 49 %.
Neben den bereits im Krebs-Kontext auffälligen Stoffen traten weitere Konservierungsstoffe wie Calciumpropionat, Phosphorsäure, Natriumascorbat, Citronensäure und Rosmarinextrakt negativ hervor.
Appell für strengere Regelung
Die Studienautoren betonen, dass es sich um Beobachtungsstudien handelt, die keine Kausalität beweisen – die Ergebnisse seien jedoch robust und „dringend weiter zu untersuchen“. Anaïs Hasenböhler, Erstautorin beider Studien, fordert eine Neubewertung der Zulassung und Verwendung von Lebensmittelzusätzen im Sinne des Verbraucherschutzes.
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