Zu groß, zu schwer, zu teuer: Die Regelungen für Handgepäck im Flugzeug sorgen seit Jahren für Ärger. Mal sind kleine Rucksäcke kostenlos, mal kosten Trolleys extra – und wer erst am Gate merkt, dass das Gepäck nicht passt, zahlt oft 60 bis 80 Euro nach. Damit soll Schluss sein, fordern Verbraucherschützer.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat sich einer europaweiten Klagewelle angeschlossen und geht gegen Airlines wie Easyjet, Wizz Air und Vueling vor. Die Vorwürfe: unlauterer Wettbewerb, intransparente Preisgestaltung und Verstöße gegen EU-Vorschriften. „Notwendiges Handgepäck muss kostenfrei transportiert werden“, betont Verbraucherschützerin Kerstin Hoppe – und kritisiert, dass viele Billig-Fluglinien mit günstigen Ticketpreisen werben, aber kaum praxistaugliches Handgepäck ohne Aufpreis zulassen.
Die Fluggesellschaften halten dagegen: Individuelle Handgepäck-Regeln böten Flexibilität und günstigere Basistarife für Passagiere, die mit wenig Gepäck reisen. Zudem sei der Platz in den Gepäckfächern begrenzt.
Ob es bald einheitliche Regeln für alle Airlines geben wird, ist offen. Erste Gerichtsentscheidungen könnten in etwa sechs Monaten fallen – bis dahin bleibt der Handgepäck-Streit weiter ein Dauerbrenner zwischen Passagieren, Verbraucherschützern und Fluggesellschaften.
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