Während Deutschland immer grauer wird, bekommt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erstaunlich viel frischen Wind von unten – im wahrsten Sinne des Wortes. Erstmals in ihrer Geschichte zählt die Organisation mehr als 200.000 Kinder bis zwölf Jahre zu ihren Mitgliedern.
Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der jungen Nachwuchsrettungsschwimmerinnen und -schwimmer um 5.615 auf insgesamt 204.148. Für DLRG-Präsidentin Ute Vogt ist das ein starkes Signal: „Die große Zahl an Kindern, die bei uns Schwimmen lernen möchte, lässt uns optimistisch nach vorn blicken“, erklärte sie.
Während viele Vereine über Nachwuchssorgen klagen, scheint die DLRG dem demografischen Trend zu trotzen. Fast jedes zweite Mitglied ist inzwischen 18 Jahre alt oder jünger. Damit entwickelt sich die Organisation, die traditionell für Wasserrettung und Schwimmausbildung steht, zunehmend zu einer Jugendbewegung am Beckenrand.
Der Anstieg dürfte auch ein Hinweis darauf sein, wie groß der Bedarf an Schwimmausbildung ist. Nach Jahren geschlossener Bäder und ausgefallener Kurse wächst bei vielen Familien das Bewusstsein, wie wichtig sichere Schwimmkenntnisse sind. Die DLRG profitiert davon – und übernimmt zugleich eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.
In einem Land, in dem vielerorts Stellen unbesetzt bleiben und Vereine ums Überleben kämpfen, zeigt sich hier ein anderes Bild: Engagement, das wächst – und junge Mitglieder, die hoffentlich bleiben.
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