Ein Erdbeben der Stärke 7,0 hat am Samstag, dem 6. Dezember, den US-Bundesstaat Alaska erschüttert. Das Epizentrum lag laut dem U.S. Geological Survey (USGS) nordöstlich der kleinen Küstenstadt Yakutat, das Beben ereignete sich um 11:41 Uhr Ortszeit.
Die Erschütterung war auch mehr als 300 Meilen entfernt in Anchorage spürbar, wie eine interaktive Karte der USGS zeigt.
Yakutat selbst ist mit knapp 650 Einwohnern (Stand: 2020) eine abgelegene Gemeinde an der Golfküste. Laut NASA Earth Observatory gibt es weltweit jährlich im Durchschnitt etwa 18 Erdbeben mit einer Stärke zwischen 7,0 und 7,9, sowie ein sogenanntes „großes Erdbeben“ ab Stärke 8,0.
Bisher keine Berichte über Schäden oder Verletzte
Austin Holland, Betriebsleiter des Alaska Earthquake Center, erklärte gegenüber USA TODAY, bislang gebe es keine offiziellen Berichte über Verletzte oder größere Schäden, das Beben sei jedoch in vielen Regionen Alaskas sowie im benachbarten Kanada deutlich spürbar gewesen.
Das Beben ereignete sich in einer tektonisch aktiven Zone mit bekannten Störungszonen, sodass es laut Holland nicht überraschend sei.
Mehr als 20 Nachbeben – einige über Stärke 5
Dem Zentrum zufolge kam es bereits in der ersten Stunde nach dem Hauptbeben zu mehr als 20 Nachbeben, einige davon mit einer Magnitude über 5,0. Laut Michael West, leitender Seismologe des Bundesstaates Alaska, sei die Nachbebenfolge „sehr aktiv“.
Er warnte, dass ein Beben dieser Stärke durchaus Erdrutsche oder Schäden an Straßen verursachen könne – auch wenn entsprechende Berichte bislang fehlen. Eine Stärke 7 sei laut West „definitiv genug, um Bodenverwerfungen auszulösen“.
Holland ergänzte, dass in den kommenden Tagen und Wochen weiterhin zahlreiche Nachbeben zu erwarten seien. Die Wahrscheinlichkeit eines noch stärkeren Bebens in dieser Sequenz sei allerdings „sehr gering“.
Keine Tsunami-Warnung
Die US-Behörden gaben Entwarnung: Weder das National Weather Service noch das National Tsunami Warning Center sehen Hinweise auf eine Tsunami-Gefahr. Auf X (ehemals Twitter) wurde offiziell verkündet: „Kein Tsunami erwartet“.
Was bedeutet Magnitude?
Die Magnitude misst die Stärke eines Erdbebens auf der Momenten-Magnituden-Skala, einer logarithmischen Skala: Jeder Anstieg um einen Punkt bedeutet eine zehnfache Verstärkung der Bodenbewegung.
Laut Michigan Technological University gelten folgende Kategorien:
- Unter 2,5: In der Regel nicht spürbar
- 2,5–5,4: Geringe bis keine Schäden
- 5,5–6,0: Leichte Gebäudeschäden
- 6,1–6,9: Schwere Schäden möglich
- 7,0–7,9: Schweres Erdbeben mit gravierenden Folgen
- 8,0 oder mehr: Katastrophale Schäden, mögliches Zerstörungspotenzial ganzer Regionen
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