Staatsanwaltschaft München I

Staatsanwaltschaft München I 467 Js 246398/15

Unter dem AZ.: 467 Js 246398/15 wird gegen die Beschuldigten Kevin Zumberovic, geb. am 11.10.1995, wohnhaft in Westendstraße 229; 80686 München und Aleksandar Maserati, geb. am 26.02.1966, wohnhaft in Helmholtzstraße 3, c/o Metoiev; 80636 München bei der Staatsanwaltschaft München I ein Ermittlungsverfahren wegen bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Computerbetruges u.a. geführt.

Den Ermittlungen liegt im Wesentlichen folgender Sachverhalt zugrunde:

Die o.g. Beschuldigten und die anderweitig beschuldigte Annamaria Marianna Kovacs vereinbarten zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt, jedenfalls vor den 17.10.2015, dass sie im gemeinschaftlichen Zusammenwirken, unter Einschaltung der in der „Pretty Woman“ Bar tätigen Animierdamen als Gehilfinnen, fortgesetzte Computerbetrugstaten begehen wollten. Hierzu wiesen sie ihre Animierdamen an, sich bei elektronischen Bezahlungen mittels EC- bzw. Kreditkartenzahlungen die von den Kunden eingegebenen PIN-Nummern zu merken, diese sodann den Beschuldigten mitzuteilen, welche dann teilweise unter Ausschöpfung des Kredit- bzw. Verfügbarkeitsrahmen unberechtigte Abbuchungen von den geschädigten Konten vornahmen. Die Abbuchungen erfolgten teilweise am Abend des Besuches der Geschädigten in der „Pretty Woman“ Bar und teilweise wurden die ausgespähten PIN-Nummern und Bankdaten erst zu einem späteren Zeitpunkt für unberechtigte Abbuchungen verwendet.

Es wurden Vermögenswerte zum Zwecke der Verwertung und Erlösverteilung an Geschädigte bei o.g. Einziehungsbetroffenen sichergestellt.

Ziel des Verteilungsverfahrens ist es, den durch die Straftat betroffenen Geschädigten im Rahmen des Verteilungsverfahrens einen finanziellen Ersatz zu ermöglichen.

Geschädigte können daher binnen einer Frist von sechs Monaten nach einer weiteren Mitteilung durch die Staatsanwaltschaft, die nach Rechtskraft einer Verurteilung des Beschuldigten erfolgt, ihre Ansprüche anmelden. Die Anmeldung ist formlos möglich und kostenfrei. Hilfreich wäre, der Anmeldung Unterlagen beizulegen, aus denen sich die Ansprüche glaubhaft darstellen. Dies ist nicht notwendig, wenn sich die Ansprüche aus den Feststellungen im Strafurteil ergeben.

Werden Ansprüche nicht geltend gemacht, verbleibt der Erlös für die sichergestellten Vermögenswerte im Eigentum des Staates.

Teilen Sie der Staatsanwaltschaft München I schriftlich mit, ob und in welcher Höhe Ansprüche auf Schadensersatz bzw. Ersatz des entzogenen Wertes des Erlangten voraussichtlich geltend gemacht werden, § 111 l Abs. 3 S. 1 StPO.

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass eine zwangsweise Pfändung von sichergestellten Vermögenswerten nicht mehr zulässig (§ 111h Abs. 2 S. 1 StPO) und auch nicht notwendig ist, da der Einziehungsbetroffene nicht mehr darüber verfügen kann (§ 111h Abs. 1 S. 1 StPO).

Eine Erlösauszahlung durch die Staatsanwaltschaft nach Rechtskraft einer Verurteilung in dieser Strafsache kann nur erfolgen, wenn alle Verletzten vollständig entschädigt werden können. Andernfalls müssen die Ansprüche erneut in einem Insolvenzverfahren über das Vermögen des Einziehungsbetroffenen angemeldet werden.

Sollte bereits eine Entschädigung durch eine Versicherung erfolgt sein oder Geschädigte nicht Inhaber der Ansprüche sein, hat die Anmeldung durch die Versicherung bzw. den Erwerber zu erfolgen.

Da eine vorzeitige Entschädigung nicht möglich ist, wird gebeten, von Sachstandsanfragen abzusehen.

Der Staatsanwaltschaft ist es nicht erlaubt, im Einzelfall rechtlichen Rat zu erteilen. Bitte sehen Sie deshalb von telefonischen Rückfragen ab und lassen Sie sich ggf. anwaltlich beraten.

 

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