Die neue Staffel von South Park ist gerade erst angelaufen – und schon tobt das Weiße Haus.
In der ersten Folge der 27. Staffel nehmen Trey Parker und Matt Stone kein Blatt vor den Mund: Donald Trump liegt nackt mit Satan im Bett, es hagelt Seitenhiebe auf den „60 Minutes“-Skandal, den Colbert-Rauswurf und einen bizarren (fiktiven?) Streaming-Deal zwischen Trump und Paramount. Das Timing? Kein Zufall: Einen Tag später wurde bekannt, dass die South Park-Macher tatsächlich 50 neue Episoden auf Paramount+ produzieren – inklusive Millionendeal.
Bei der Comic-Con in San Diego reagierten Parker und Stone auf die Wellen, die sie geschlagen haben, mit gewohntem Sarkasmus. „Wir entschuldigen uns zutiefst“, sagte Parker – mit einem breiten Grinsen. Als Moderator Josh Horowitz im Scherz eine Vorladung zückte, meinte Parker nur trocken: „Kein Problem, wir sind vorbereitet.“
Ein Sprecher des Weißen Hauses ließ gegenüber USA TODAY verlauten, South Park sei eine „Show der vierten Kategorie“ und „seit über 20 Jahren irrelevant“. Doch genau das Gegenteil scheint der Fall: South Park bleibt brandaktuell, bissig – und offenbar gefährlich genug, um für politischen Ärger zu sorgen.
Stone erklärte, dass es heute nicht mehr nur Saturday Night Live sei, das sich über aktuelle Themen hermacht – Social Media habe alles beschleunigt. „Wir konkurrieren eher mit TikTok als mit Netflix“, sagte er. Beide gaben zu, dass sie viele Ideen heute aus dem Netz holen. „Man sieht ein witziges Video aus jemandes Vorgarten und denkt: verdammt, das ist gut.“
Der kreative Prozess? Chaotisch. „Mein Whiteboard ist leer, Alter“, so Parker. Und zur Produktion der Sommer-Vorschau mit Szenen, die nie in echten Folgen auftauchen: „Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass wir irgendwas auf Vorrat produzieren?“
Die „Entschuldigung“ der beiden ist also eher eine Kampfansage: Keine Tabus, keine Skrupel, kein Respekt vor Autoritäten – South Park ist zurück. Und das mit voller Wucht.
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