Der seit Mittwoch andauernde Government Shutdown in den USA trifft das Land in einer ohnehin angespannten Phase: Personalmangel in den Gesundheitsbehörden, drohende Krankheitsausbrüche, die bevorstehende Saison für Atemwegserkrankungen – und parallel die Hurrikanzeit.
Verzögerte Kommunikation mit Bundesbehörden
Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden warnen, dass die Arbeit der Gesundheitsämter durch den Stillstand beeinträchtigt wird. Besonders kritisch ist die eingeschränkte Kommunikation mit den Centers for Disease Control and Prevention (CDC).
Das Gesundheitsministerium erklärte, die CDC könne nur noch „minimale Kapazitäten“ aufrechterhalten, um auf akute Krankheitsausbrüche oder Bedrohungen wie Lebensmittelsicherheit, Krankenhausinfektionen oder hochgefährliche Erreger zu reagieren. Lediglich rund 36 % der CDC-Mitarbeiter gelten als „systemrelevant“ und bleiben im Einsatz.
Finanzierung und Personal unter Druck
Viele Gesundheitsämter auf lokaler Ebene werden teilweise durch Bundesmittel finanziert – darunter auch Personalstellen. In mehreren Bundesstaaten drohen daher Zwangsurlaube oder Kürzungen der Arbeitszeiten für Mitarbeiter. Besonders betroffen könnte das Ernährungsprogramm WIC (Women, Infants and Children) sein, das jährlich Millionen einkommensschwacher Familien mit Lebensmitteln und Beratungsangeboten unterstützt.
Beispiel Washington State: Dort könnten rund 50 Angestellte unmittelbar von Freistellungen betroffen sein. „Das wird direkte Auswirkungen auf Familien haben“, warnte die dortige Abteilung für Ernährungsdienste.
Gefahr bei Krankheitsausbrüchen
Gesundheitsexperten betonen, dass die USA sich in einer „sehr verletzlichen Phase“ befinden. Beispiele:
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Masernfälle nehmen wieder zu.
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International gibt es Ebola-Ausbrüche.
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Das Mpox-Virus wurde in US-Abwässern nachgewiesen.
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Die Hurrikan-Saison erhöht das Risiko zusätzlicher Gesundheitskrisen.
„Wenn jetzt ein Ausbruch oder eine Katastrophe eintritt, ist nicht klar, ob die Bundesbehörden schnell und effektiv helfen können“, so die Einschätzung eines Fachverbands.
Impfprogramme nur eingeschränkt
Während das Impfprogramm „Vaccines for Children“ als Pflichtprogramm weiterläuft, könnten neue Impfempfehlungen verzögert werden. So ist etwa die Freigabe aktualisierter Covid-19-Empfehlungen noch nicht durch den amtierenden CDC-Direktor unterschrieben. Ohne diese Freigabe können öffentliche Impfprogramme keine neuen Impfstoffe anbieten.
Ein Experte beruhigte jedoch: Frühere Shutdowns hätten nur „minimale Störungen“ bei Impfprogrammen verursacht, da ein Teil der Finanzierung gesetzlich gesichert sei. Kritisch bleibe aber, dass die kommunale Kommunikation mit der CDC erschwert wird – gerade wenn es um schnelle Entscheidungen oder neue Empfehlungen geht.
Fazit
Der Stillstand der US-Regierung ist für das Gesundheitswesen mehr als eine bürokratische Blockade: Er gefährdet Programme, die Millionen Menschen betreffen – von der Ernährung von Kindern über die Krankheitsprävention bis hin zu Impfungen. Je länger der Shutdown anhält, desto größer wird die Gefahr, dass Lücken in der Gesundheitsversorgung entstehen und lokale Behörden auf sich allein gestellt bleiben.
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