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andreas160578 (CC0), Pixabay
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Der Krieg im Nahen Osten treibt nicht nur Öl- und Gaspreise nach oben – sondern auch die Nachfrage nach Solaranlagen. Beim britischen Energieunternehmen Octopus Energy sind die Verkäufe seit Beginn des Konflikts um rund 50 Prozent gestiegen.

Firmenchef Greg Jackson spricht von einem „gewaltigen Ruck“. Neben Solarpanels legten auch Wärmepumpen deutlich zu, ebenso das Interesse an Elektroautos und Ladelösungen. Viele Haushalte reagierten damit auf die Aussicht steigender Energiekosten.

Tatsächlich dürften die Preise bald anziehen. Jackson rechnet damit, dass die Energie-Rechnungen in Großbritannien ab Juli wieder steigen, wenn die staatliche Preisbremse angepasst wird. Derzeit dämpft sie noch die Kosten für Millionen Haushalte.

Auslöser der Entwicklung ist der sprunghafte Anstieg der Großhandelspreise für Öl und Gas seit Beginn des Kriegs Ende Februar. Die Energieversorgung im Nahen Osten gilt als unsicherer – mit globalen Folgen.

Schon nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 hatten die Briten einen drastischen Preisschock erlebt. Diesmal könnte der Effekt geringer ausfallen, so Jackson – spürbar werde er dennoch.

Für viele Verbraucher ergibt sich ein widersprüchliches Bild: Kurzfristig sinken die Preise ab April, mittelfristig droht jedoch die nächste Belastungswelle. Genau diese Unsicherheit treibt offenbar die Investitionen in erneuerbare Energien.

„Die Leute sagen: Wir müssen jetzt etwas tun“, berichtet Jackson. Neben dem Boom bei Solaranlagen verzeichnet Octopus auch rund 30 Prozent mehr Verkäufe von Wärmepumpen. Die Nachfrage nach Elektroautos stieg um mehr als ein Drittel.

Für den Manager ist das auch ein Hinweis auf ein strukturelles Problem Europas. Während in Brüssel und London über Tempo und Wege der Energiewende gestritten werde, handle China entschlossener. Dort setze man konsequent auf mehr Versorgungssicherheit – auch als Lehre aus geopolitischen Krisen.

Neue Ölbohrungen in der Nordsee hält Jackson dagegen für kaum hilfreich. Sie würden die Abhängigkeit von fossilen Energien nicht grundlegend verringern. Preissprünge seien systembedingt, sobald das Angebot knapp werde.

Entscheidend sei vielmehr, Strom günstiger zu machen – etwa um Elektromobilität und Wärmepumpen breiter erschwinglich zu machen. Die Zeiten, in denen E-Autos als Luxus galten, gingen ohnehin zu Ende, so Jackson. Auch für Haushalte mit geringerem Einkommen werde der Umstieg realistischer.

Der Energiemarkt steht damit exemplarisch für eine größere Verschiebung: Krisen beschleunigen den Wandel – und erhöhen zugleich den Druck auf Verbraucher.

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