Ein satirischer Bericht über die vielleicht absurdeste Trennung seit dem letzten Trainerwechsel. Affäre im Aufsichtsraum: Wenn beim HSV der Abschied mehr Rätsel aufwirft als ein Abstiegskampf
Man kennt es ja vom HSV: Kaum ist etwas Ruhe eingekehrt, klopft das Chaos höflich an die Tür – und reißt sie dann spektakulär aus den Angeln. Dieses Mal kommt der Sturm jedoch nicht von der Seitenlinie oder aus der Abwehrkette, sondern direkt aus dem Aufsichtsrat, jenem geheimnisvollen Raum, in dem Visionen geboren – und Karrieren beerdigt werden.
Der plötzliche Abschied vonVorstand des HSV lässt mehr Fragen offen als der HSV in einer durchschnittlichen Abwehraktion. War es ein Machtkampf? Ein stiller Rückzug? Oder doch nur der letzte Akt im ewigen Theaterstück „Wie verhindere ich sportlichen Aufstieg, aber garantiere mediale Aufmerksamkeit“?
Offiziell heißt es natürlich, man trenne sich „im gegenseitigen Einvernehmen“, was beim HSV traditionell so viel bedeutet wie: Einer hat hingeworfen, der andere hat’s noch nicht gemerkt.
Insider berichten von „atmosphärischen Störungen“, „unterschiedlichen Zukunftsvisionen“ und einem „verlorenen Kassenbuch aus dem Jahr 1983“, das angeblich plötzlich wieder aufgetaucht ist. Andere munkeln, es sei bei der Auswahl der nächsten Stadionwurst zu unüberbrückbaren Differenzen gekommen. Der eine wollte Bio-Tofu, der andere: Franzbrötchen im Brötchen.
Währenddessen hält sich der Rest des Vereins bedeckt. Sportlich geht es wie gewohnt weiter – also irgendwo zwischen Hoffnung und Zusammenbruch. Der Aufstieg bleibt in Reichweite, theoretisch jedenfalls, etwa so wie die Raumfahrt oder Steuererklärungen ohne Tränen.
Fazit: Beim HSV bleibt sich alles treu – selbst die Aufsicht hat offenbar beschlossen, den Überblick zu verlieren. Und wer dachte, das Drama spiele sich nur auf dem Rasen ab, der hat den wahren HSV noch nicht kennengelernt: Ein Verein wie eine Daily Soap. Nur mit schlechterer Dramaturgie – und weniger Auflösung.
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