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Scout24 steigt in den DAX auf – Immobilienplattform profitiert von Wohnungsnot

geralt (CC0), Pixabay
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Die Münchner Scout24 AG hat es geschafft: Ab heute gehört das Unternehmen zu den 40 wertvollsten börsennotierten Gesellschaften in Deutschland und ist damit offizielles Mitglied des DAX. Die Aufnahme in den Leitindex markiert den Höhepunkt einer 25-jährigen Erfolgsgeschichte – getragen vor allem durch die Immobilienplattform Immoscout24, die den Markt für Online-Wohnungsanzeigen dominiert.

Wohnungsnot treibt Nachfrage nach digitalen Plattformen

Während der Wohnungsbau in Deutschland seit Jahren schwächelt und die Immobilienmärkte stagnieren, konnte Scout24 mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn glänzen. Der Mangel an Wohnungen – vor allem in Ballungsräumen wie München, Berlin oder Hamburg – hat das Unternehmen zu einem unverzichtbaren Akteur für Wohnungssuchende und Makler gemacht.

Das Erfolgsrezept: ein Mix aus kostenlosen Anzeigen mit eingeschränkter Reichweite und kostenpflichtigen Premium-Angeboten, die Interessenten Vorteile wie früheren Zugang zu Objekten oder digitale Bewerbungsunterlagen bieten. Wer unter Zeitdruck eine Wohnung sucht, greift immer häufiger zu diesen Zusatzleistungen.

Druck auf Makler wächst

Für Immobilienmakler ist Immoscout24 kaum mehr zu umgehen. Kunden erwarten, dass Objekte dort präsentiert werden – auch wenn die Kosten für Inserate zuletzt deutlich gestiegen sind. Wer nicht zahlen will oder kann, riskiert, vom Marktgeschehen abgeschnitten zu werden. Manche Makler versuchen, mit privaten Kundenkontakten gegenzuhalten, doch ohne Immoscout wird es zunehmend schwierig.

Scout24 setzt klar auf Immobilien

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren konsequent auf sein Kerngeschäft gesetzt: Marken wie AutoScout24 oder FinanceScout24 wurden bereits 2020 verkauft oder eingestellt. Der Fokus liegt seither ausschließlich auf Immobilienvermittlung und der digitalen Erweiterung des Angebots.

Bedeutender DAX-Aufstieg – Traditionsfirmen verdrängt

Mit dem Einzug in den DAX steigt Scout24 in die erste Börsen-Liga auf – gemeinsam mit dem Maschinenbauer GEA. Dafür mussten gleich zwei Traditionsunternehmen weichen: der Autobauer Porsche sowie das bereits 1870 gegründete Labortechnikunternehmen Sartorius.

Der Aufstieg in den Leitindex bringt Scout24 nicht nur mehr Aufmerksamkeit, sondern auch zusätzliche Investoren, die automatisch in DAX-Mitglieder investieren. Damit könnte sich die Dominanz von Immoscout24 auf dem deutschen Immobilienmarkt weiter festigen – auch wenn der anhaltende Wohnungsmangel das Grundproblem für Suchende nicht löst.

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