Alameda, Kalifornien – Bei einem Zwischenfall vor einer US-Küstenwachenbasis in der Bucht von San Francisco sind am späten Abend des 23. Oktober zwei Menschen verletzt worden. Die Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen aufgenommen.
Was ist passiert?
Laut der US-Küstenwache näherte sich gegen 22 Uhr ein U-Haul-Transporter der Einfahrt der Coast Guard Island, einer künstlichen Insel zwischen Oakland und Alameda. Der Fahrer ignorierte mehrfach Aufforderungen zum Anhalten, durchbrach eine Absperrung und versuchte offenbar, das Tor zu rammen.
Die Sicherheitskräfte eröffneten daraufhin das Feuer. Laut der Küstenwache geschah dies, weil das Verhalten des Fahrers eine „unmittelbare Gefahr“ für das Personal darstellte.
Verletzte und Festnahmen
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Der Fahrer des U-Haul wurde im Bauchbereich getroffen und festgenommen. Er wird derzeit psychiatrisch untersucht.
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Ein unbeteiligter Passant wurde von einem Geschossfragment verletzt, konnte das Krankenhaus aber später wieder verlassen.
Zuvor Proteste gegen geplante Abschiebungen
Wenige Stunden vor dem Vorfall hatten Hunderte Demonstrierende vor dem Gelände gegen eine mögliche großangelegte Einwanderungsoffensive der Trump-Regierung protestiert. Diese war ursprünglich angekündigt, wurde jedoch in letzter Minute gestoppt.
Mindestens zwei Personen wurden während des Protests von der California Highway Patrol wegen Behinderung des Verkehrs festgenommen.
Protestgruppe distanziert sich vom Fahrer
Ein Demonstrant, Kris Ness, beschrieb den U-Haul-Fahrer als „Einzeltäter“, der nichts mit dem Protest zu tun hatte. Laut Ness sei der Fahrer erst gegen 21:30 Uhr aufgetaucht und habe sich weder mit den Demonstrierenden abgesprochen noch mit ihnen kommuniziert.
„Wir haben versucht, ihn aufzuhalten“, sagte Ness gegenüber KTVU. „Er hat mit niemandem gesprochen. Es war einfach nur merkwürdig, gefährlich und sehr tragisch.“
Hintergrund: Politische Brisanz
Die Küstenwachenbasis war Medienberichten zufolge auch ein Einsatzort für Bundesbehörden, die in Vorbereitung auf die von Trump geplante, aber später abgesagte Abschiebungsoffensive in San Francisco dort postiert waren.
Seit Juni hatte Trump Truppen und Bundesbeamte in mehrere von Demokraten regierte Städte geschickt – darunter Chicago, Portland und Los Angeles – um gegen Kriminalität und illegale Migration vorzugehen.
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