Startseite Allgemeines Sachsen zwischen Bierglas und Bratwurst – eine kleine Gesundheitsstudie
Allgemeines

Sachsen zwischen Bierglas und Bratwurst – eine kleine Gesundheitsstudie

Teilen

Sachsen hat ein Problem. Oder genauer gesagt: zwei Probleme – sie heißen Alkohol und Übergewicht. Zumindest wenn man der neuesten Auswertung der Krankenkasse Barmer glaubt. Die schlägt Alarm, nachdem sie festgestellt hat, dass der Freistaat bei beiden Disziplinen deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Man könnte auch sagen: Während andere Bundesländer versuchen, in der Gesundheitsstatistik möglichst unauffällig zu bleiben, setzt Sachsen offenbar auf Spitzenleistungen mit Tradition.

Sachsen vorne – diesmal leider nicht im Maschinenbau

Laut Studie liegt der Alkoholmissbrauch im Freistaat rund 37 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt, beim Thema Adipositas immerhin noch 12 Prozent.

Oder anders gerechnet:
Von 1000 Sachsen gelten etwa 17 als Alkoholiker, während 85 Menschen mit starkem Übergewicht kämpfen.

Statistisch gesehen bedeutet das: In einer durchschnittlichen sächsischen Dorfgaststätte sitzen vermutlich mindestens zwei Menschen, die laut Gesundheitsbericht eigentlich lieber einen Spaziergang machen sollten.

Bildung, Einkommen – und der Kühlschrank

Besonders betroffen sind laut Analyse Menschen mit geringerem Einkommen und niedrigerem Bildungsgrad. Bei Personen mit Hauptschulabschluss leiden beispielsweise 93 von 1000 an Adipositas.

In der Einkommensgruppe zwischen 15.000 und 20.000 Euro jährlich trifft Übergewicht sogar jeden achten Sachsen.

Man könnte also sagen: Wer wenig Geld hat, spart offenbar zuerst am Fitnessstudio – und investiert stattdessen in Dinge, die im Kühlschrank deutlich schneller verschwinden.

Die Lösung: Mehr Gesundheitsunterricht

Die Barmer hat natürlich auch eine Lösung parat: mehr Gesundheitsbildung – und zwar möglichst früh.

„Wir müssen Gesundheitskompetenz schon in Kindergärten und Schulen vermitteln“, fordert die sächsische Barmer-Landeschefin Claudia Beutmann.

Das könnte künftig bedeuten, dass Kinder im Kindergarten nicht nur „Alle meine Entchen“ lernen, sondern auch die wichtige Frage:
„Wie viele Kalorien hat eigentlich ein halber Kasten Bier?“

Nebenwirkungen inklusive

Die Studie erinnert außerdem daran, dass Alkoholprobleme und starkes Übergewicht selten allein kommen. Häufig folgen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen.

Mit anderen Worten: Der menschliche Körper ist leider kein sächsischer Stammtisch – er verträgt auf Dauer nicht alles, was dort so diskutiert und konsumiert wird.

Sachsen bleibt gelassen

Im Freistaat selbst dürfte man die Studie allerdings mit der typischen Gelassenheit betrachten, die man entwickelt, wenn man schon viele Statistiken überstanden hat.

Denn eines ist sicher:
Selbst wenn Sachsen beim Thema Gesundheit manchmal hinterherhinkt – beim Humor über sich selbst gehört das Bundesland traditionell zur Spitzengruppe.

Und solange irgendwo noch jemand sagt:
„Ach komm, ein Bier geht noch“,
wird sich daran vermutlich auch so schnell nichts ändern.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Der Mann, der 140 Millionen durch den digitalen Mixer rührte

Manche Menschen mixen Cocktails. Andere Smoothies. Ein 29-Jähriger aus dem Raum Stuttgart...

Allgemeines

Meteorit

Ein vermutlich herabgestürzter Meteorit hat im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz Schäden an Gebäuden...

Allgemeines

Bas, Klingbeil und Klüsendorf die Totengräber der SPD

Die SPD, einst eine der großen Volksparteien Deutschlands, wirkt heute wie eine...

Allgemeines

Mojtaba Chamenei: Was über Irans neuen obersten Führer bekannt ist

Nach dem Tod des langjährigen iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei hat die Expertenversammlung...