Für den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel gibt es noch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern prüft derzeit, ob das schwer geschwächte Tier mit Hilfe eines Katamarans aufgenommen und in tieferes Wasser gebracht werden kann.
Ob diese aufwendige Rettungsaktion überhaupt noch möglich ist, hängt allerdings von einem medizinischen Gutachten ab, das voraussichtlich morgen vorliegen soll. Es soll klären, ob der Wal überhaupt noch eine realistische Überlebenschance hat. Umweltminister Till Backhaus machte am Sonntag deutlich, wie ernst die Lage ist: Dem Tier gehe es „wirklich ganz schlecht“.
Der in Dänemark verfügbare Katamaran könnte den rund zwölf Tonnen schweren Buckelwal aufnehmen. Geplant wäre eine besonders behutsame Bergung: Breite Gurte sollen vorsichtig unter dem Tier hindurchgeführt werden, um es nicht zusätzlich zu verletzen. Anschließend könnte der Wal langsam angehoben, auf ein Netz gelegt und lebend abtransportiert werden.
Besonders dramatisch ist die Situation, weil die Ostsee für einen Buckelwal kein geeigneter Lebensraum ist. Der deutlich zu geringe Salzgehalt setzt dem Tier massiv zu. Laut Backhaus liegt er etwa ein Drittel unter dem Wert, den Wale aus Nordsee oder Atlantik gewohnt sind. Die Folgen sind offenbar bereits sichtbar: Der Wal leidet unter schweren Hautproblemen, die seinen ohnehin kritischen Zustand weiter verschlechtern.
Fachleute hatten direkt am Tier Wasserproben genommen und ausgewertet. Ihr Befund bestätigt, was viele befürchtet hatten: Jeder weitere Tag in der flachen, salzarmen Bucht verschlechtert seine Chancen.
Der Buckelwal war bereits am Dienstag vor Poel gestrandet. Schon am Mittwoch waren frühere Rettungsversuche zunächst eingestellt worden. Experten gingen zuletzt davon aus, dass das Tier die Bucht vermutlich nicht mehr lebend verlassen wird. Wie lange es noch durchhält, könne derzeit niemand seriös sagen.
Dabei hatte der Wal in den vergangenen Wochen mehrfach gezeigt, wie zäh er ist: Seit Anfang März war er bereits viermal in flachem Wasser festgesessen – und schaffte es drei Mal, sich aus eigener Kraft wieder zu befreien. Zunächst wurde er im Hafen von Wismar gesichtet, später bei Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein, bevor er schließlich vor Poel strandete.
Jetzt hoffen Helfer, Experten und viele Menschen entlang der Küste auf ein kleines Wunder.
Timmy kämpft. Und noch ist er nicht aufgegeben.
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