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Rekordfund im Pazifik: Panamas Marine stoppt Drogenboot mit 13,5 Tonnen Kokain

moritz320 (CC0), Pixabay
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Ein unscheinbarer Schlepper, ein Routinepatrouillenflug – und dann ein Fund, der selbst erfahrene Ermittler sprachlos machte:
13,5 Tonnen Kokain haben Panamas Sicherheitskräfte im Pazifik beschlagnahmt. Es ist der größte Drogenfund vor der Küste des Landes seit fast zwei Jahrzehnten – und ein eindrucksvoller Schlag gegen die Schmuggelrouten der südamerikanischen Kartelle.

Eine Operation unter Hochspannung

Der Einsatz ereignete sich nahe der Insel San José, rund 90 Kilometer südlich von Panama-Stadt. Die Insel gehört zu den abgelegenen Perleninseln, einer Region, die von Schmugglern seit Jahren als Transitpunkt genutzt wird.

Nach Angaben der Behörde für Luft- und Seeoperationen (Senan) war das Boot auf einer verdächtigen Route unterwegs. Ein Aufklärungsflug hatte das Schiff entdeckt, als es in internationalen Gewässern Kurs auf die panamaische Küste nahm.

Als sich Marineeinheiten näherten, versuchte die Crew offenbar zu fliehen. „Die Besatzung reagierte aggressiv und versuchte, den Kurs zu ändern, um die Kontrolle zu entziehen“, erklärte ein Senan-Sprecher. Doch nach einer Verfolgung über mehrere Seemeilen gelang es den Sicherheitskräften, den Schlepper zu stoppen und zu entern.

An Bord fanden sie Hunderte Kokainpakete, professionell verpackt, nummeriert und mit Markierungen versehen – typische Signaturen der kolumbianischen Drogenkartelle, die ihre Lieferungen kennzeichnen.

Zehn Festnahmen – eine internationale Spur

Zehn Männer wurden an Bord festgenommen. Über ihre Nationalität machten die Behörden zunächst keine Angaben, doch Medienberichte deuten auf eine Mischung aus kolumbianischen und ecuadorianischen Staatsbürgern hin.

Die Verdächtigen wurden nach Panama-Stadt gebracht und sollen dort dem Drogenstaatsanwalt vorgeführt werden. Ermittelt wird wegen Drogenhandels, Widerstands gegen Sicherheitskräfte und Verstoßes gegen das maritime Sicherheitsrecht.

Nach ersten Schätzungen hat die sichergestellte Ladung einen Straßenverkaufswert von rund 400 Millionen Euro – ein Verlust, der für die beteiligten Kartelle empfindlich sein dürfte.

Panama – das Nadelöhr im Kokainhandel

Panama spielt seit Jahrzehnten eine strategische Schlüsselrolle im globalen Drogenhandel. Zwischen den Produktionsländern Kolumbien, Peru und Bolivien im Süden und den Absatzmärkten in den USA und Europa liegt das Land am geografischen Drehkreuz Lateinamerikas.

Durch den Panamakanal, der Atlantik und Pazifik verbindet, verlaufen unzählige Handelsrouten – und damit auch ideale Tarnmöglichkeiten für Schmuggler.

Immer wieder entdecken die Behörden Kokain in Containern, auf Frachtschiffen oder in Doppelfrachtböden. Doch die großen Mengen werden zunehmend über maritime Schlepper und Schnellboote transportiert, die über Satellitennavigation gesteuert und von Zwischenstationen aus versorgt werden.

Der Krieg auf dem Wasser

Für Panamas Marine und Küstenwache ist der Kampf gegen den Drogenhandel ein ständiger Wettlauf gegen gut organisierte Kartelle. Allein 2024 wurden laut Senan über 90 Tonnen Drogen beschlagnahmt – der Großteil davon Kokain.

Die Schmuggler greifen dabei immer öfter auf „Go-Fast-Boote“, getarnte Fischerboote oder sogar halbgetauchte U-Boote zurück. Diese sogenannten „Narco-Submarinos“ werden in Kolumbien oder Ecuador gebaut und sind darauf ausgelegt, Radar und Satellitenüberwachung zu umgehen.

„Die Kartelle agieren mit militärischer Präzision“, sagte ein hochrangiger Offizier des Senan. „Unsere Gegner sind keine kleinen Banden, sondern globale Unternehmen – mit Logistik, Technik und riesigen Finanzstrukturen.“

Ein Erfolg – und doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Der jüngste Fund gilt als ein großer Erfolg der panamaischen Sicherheitskräfte. Doch er zeigt auch, wie gewaltig die Mengen an Drogen sind, die Lateinamerika jedes Jahr verlassen.

Schätzungen der UN-Drogenbehörde (UNODC) zufolge werden weltweit jährlich mehr als 2.000 Tonnen Kokain produziert – ein historischer Höchstwert. Nur ein Bruchteil davon wird beschlagnahmt.

„Wenn wir 13 Tonnen finden, bedeutet das, dass wahrscheinlich 130 Tonnen ihr Ziel erreicht haben“, sagte ein Sicherheitsanalyst in Panama-Stadt.

Kooperation mit den USA

Panama arbeitet eng mit den USA, Kolumbien und Costa Rica zusammen, um maritime Schmuggelrouten zu überwachen. Amerikanische Überwachungsflugzeuge und Satelliten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Washington lobte den jüngsten Einsatz als „wichtigen Erfolg im gemeinsamen Kampf gegen den Drogenhandel“. Die beschlagnahmte Ware soll nach Abschluss der Ermittlungen vernichtet werden.

Symbolischer Schlag gegen mächtige Kartelle

Für die Öffentlichkeit ist der Fund ein Symbol: Panama zeigt Stärke – gegen ein milliardenschweres, internationales Verbrechensnetzwerk. Doch Experten warnen, dass die Kartelle längst neue Routen und Methoden entwickeln, sobald eine Lücke geschlossen wird.

„Die Drogenlogistik ist wie ein Fluss – man kann sie nicht stoppen, nur umleiten“, erklärt der Soziologe und Drogenforscher Juan Carlos Zapata aus Bogotá.

So ist der Fund von 13,5 Tonnen Kokain einerseits ein spektakulärer Erfolg – andererseits nur ein Kapitel in einem endlosen Spiel zwischen Schmugglern und Ermittlern, bei dem jeder Sieg zugleich die nächste Herausforderung ankündigt.

Fazit

Mit dem Rekordfund vor San José hat Panama gezeigt, dass seine Sicherheitskräfte wachsam und entschlossen handeln. Doch die Größenordnung des Schmuggels verdeutlicht, dass Lateinamerika weiter im Zentrum des weltweiten Kokainhandels steht.

Der Pazifik bleibt eine gefährliche Wasserstraße – und für die Kartelle ein Meer voller Möglichkeiten.

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