Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze von Red Bull Racing ist Christian Horner als Teamchef abgelöst worden. Der Rennstall gab am Mittwoch offiziell bekannt, dass Laurent Mekies künftig die sportliche Leitung übernimmt. Die Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für das Team, das unter Horner acht Fahrer- und sechs Konstrukteurstitel in der Formel 1 eingefahren hatte.
Der langjährige Erfolg konnte die Spannungen innerhalb der Teamführung jedoch nicht dauerhaft überdecken. Die Affäre um Horner, dem 2024 ein unangemessenes Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin vorgeworfen worden war, hatte zu einem Vertrauensverlust geführt – trotz eines internen Freispruchs. Auch prominente Abgänge wie Designchef Adrian Newey und Sportdirektor Jonathan Wheatley verstärkten das Bild einer Führungskrise.
„Es war zuletzt keine Harmonie mehr im Team“, sagte ORF-Experte Alexander Wurz. „Der berühmte Schulterschluss war nicht mehr da. Jetzt versucht man einen Neustart mit fähigen Leuten.“
Verstappen als Schlüsselfigur
Im Fokus steht nun Laurent Mekies. Der 48-jährige Franzose bringt reichlich Erfahrung mit: Von Arrows über Toro Rosso bis hin zur FIA und Ferrari hat Mekies die Formel 1 in verschiedenen Rollen durchlaufen. Zuletzt war er Teamchef bei den Racing Bulls. Dort übernimmt Alan Permane, vormals bei Alpine, seinen Posten.
Unklar bleibt, wie sich die personellen Umbrüche auf Max Verstappen auswirken. Der niederländische Weltmeister, aktuell mit zwei Saisonsiegen nur auf Platz vier der Fahrerwertung, wurde zuletzt wiederholt mit Mercedes in Verbindung gebracht. Wurz sieht Mekies’ Berufung als möglichen Versuch, Verstappen zum Bleiben zu bewegen: „Die große Frage ist, ob das die Entscheidung ist, die Max braucht.“
Große Herausforderungen ab 2026
Der Führungswechsel erfolgt zudem vor einem technischen Umbruch: 2026 treten neue Fahrzeugregeln in Kraft. Mekies selbst bezeichnete die bevorstehenden Änderungen als „wahrscheinlich größte Herausforderung der letzten Jahrzehnte“. Ziel sei es, gemeinsam mit den Fahrern die optimale Ausrichtung für die neue Ära zu finden – möglichst mit Verstappen im Cockpit.
Christian Horner informierte die Belegschaft am Mittwoch persönlich über seinen Abschied. „Es war das größte Privileg meines Lebens“, sagte der Brite. Er werde dem Unternehmen zwar erhalten bleiben, die operative Leitung jedoch abgeben. Für viele im Team kam der Schritt offenbar überraschend.
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