Im Rahmen unserer redaktionellen Bewertung sachwertbasierter Anlageprodukte hat Diebewertung.de die RealUnit Schweiz AG (RUCH) um eine Stellungnahme zu zentralen Aspekten ihres aktuellen Geschäftsberichts 2024 gebeten. Die Investmentgesellschaft verfolgt das Ziel, langfristigen Kaufkrafterhalt durch eine breite Allokation in reale Vermögenswerte zu sichern. Laut dem jüngsten Bericht wurde 2024 eine Jahresperformance von +6,49 % erzielt – maßgeblich beeinflusst durch die Entwicklung des Goldpreises.
- Performance und Portfoliofokus: Hohe Goldquote als Strategie
Der Goldanteil im Portfolio der RealUnit Schweiz AG liegt aktuell bei über 30 %. Auf die Frage, warum diese Gewichtung gewählt wurde, verweist die Gesellschaft auf ihre strategische Asset Allocation, die auf langfristiger Planung basiert. Die Quote sei konform mit dem Anlagereglement.
Hinsichtlich potenzieller Klumpenrisiken betont das Unternehmen, dass die Gewichtung realer Sachwerte – insbesondere Edelmetalle – eine bewusste Gegenposition zur Inflationierung von Fiat-Währungen sei. Risiken entstünden demnach nicht aus der Gewichtung, sondern seien Teil des Anlagekonzepts zum Werterhalt.
- Vermögensstruktur und Liquidität: Sachwertquote bei über 90 %
Mit einer Sachwertquote von 92,6 % betont die RealUnit ihre Fokussierung auf inflationsresistente Assets. Die genaue Zusammensetzung dieser Quote – etwa Anteile von Immobilien, Beteiligungen oder physischem Gold – ist laut Unternehmen auf der Website sowie in gesetzlich vorgeschriebenen Berichten öffentlich zugänglich.
Im Falle erhöhter Liquiditätsbedarfe erklärt RealUnit, dass rund 90 % des Portfolios innerhalb weniger Tage ohne nennenswerte Marktverzerrung liquidiert werden könnten. Im Gegensatz zu klassischen Fondsmodellen erfolgten keine Rücknahmen, sondern lediglich Käufe und Verkäufe von Aktien über den Sekundärmarkt.
- Eigenkapital und Risikostruktur: Keine Fremdfinanzierung geplant
Mit einem Eigenkapital von etwa 50 Mio. CHF verfolgt RealUnit eine konservative Bilanzpolitik. Eine Hebelung des Modells durch Fremdkapital sei laut Unternehmenssatzung ausgeschlossen. Auch bei plötzlichen Markteinbrüchen sieht sich das Unternehmen robust aufgestellt – unter anderem, da weder Leverage noch Kreditlinien genutzt würden.
- Kosten und Transparenz: Keine TER im klassischen Sinn
Da RealUnit keine kollektive Kapitalanlage im Sinne klassischer Anlagefonds darstellt, wird keine Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen. Stattdessen verweist das Unternehmen auf die Besonderheiten seiner Struktur als Aktiengesellschaft.
Auf Anfrage wurde bestätigt, dass erfolgsabhängige Vergütungen grundsätzlich möglich seien, jedoch bisher keine zur Auszahlung gekommen sind. Die Höhe sämtlicher Management- und Verwaltungsvergütungen wird jährlich von der Generalversammlung beschlossen und im Protokoll veröffentlicht.
- Governance und Aktienrückkäufe: Gesetzeskonforme Praxis zugesichert
In Bezug auf jüngste Aktienrückkäufe stellt RealUnit klar, dass diese im Einklang mit Schweizer Gesetzgebung erfolgen. Insbesondere werden dabei die Vorschriften zur Vermeidung von Marktmanipulation und Interessenkonflikten beachtet, etwa durch das Obligationenrecht und das Finanzmarktinfrastrukturgesetz.
Auf die Frage nach weitergehenden Governance-Maßnahmen verweist das Unternehmen auf die bereits bestehenden Berichtsstandards, die laut eigener Aussage mit den Vorschriften der Börse BX Swiss AG sowie den Statuten der Gesellschaft übereinstimmen.
Die schriftliche Stellungnahme der RealUnit Schweiz AG liegt somit vor und wird Bestandteil unserer fortlaufenden Analyse sachwertbasierter Anlagekonzepte. Wir danken dem Unternehmen für die transparente Beantwortung unserer Fragen.
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