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RB Leipzig

jorono (CC0), Pixabay
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Ganz ehrlich: Vor der Saison hätte ich sofort unterschrieben, wenn mir jemand Platz vier und Champions League angeboten hätte. Nach all dem Umbruch, den Diskussionen um den Kader und der ewigen Frage, ob RB nach den ganzen Abgängen überhaupt noch eine klare Richtung hat, ist das am Ende ein richtig starkes Ergebnis.

Und Ole Werner? Der hat geliefert. Ohne großes Theater, ohne Selbstinszenierung. Nach dem 0:6 in München ruhig geblieben, nach deutlichen Siegen nicht gleich den Messias gegeben. Genau diese Mischung aus Ruhe und Klarheit hat der Mannschaft offensichtlich gutgetan. Man darf ja nicht vergessen: Er war ursprünglich eher Plan B nach der Fabregas-Absage. Dafür hat er erstaunlich schnell Stabilität reingebracht.

Trotzdem sollte man jetzt nicht so tun, als wäre plötzlich alles königlich gewesen. Die Spiele gegen St. Pauli oder Leverkusen hatten eher Conference-League-Nervenzusammenbruch als Champions-League-Flair. Gegen St. Pauli hat man doch förmlich gesehen, wie schwer die Beine und Köpfe wurden. Wenn die noch das 2:2 machen, fährt Leipzig mit blanken Nerven nach Freiburg.

Und genau deshalb finde ich die Diskussion spannend, ob Werner Unterstützung bekommen sollte. Nicht als Kontrolle oder weil ihm jemand misstraut — sondern weil die kommende Saison brutal wird. Bundesliga, Pokal, Champions League. Dreifachbelastung ist eben etwas anderes als nur nationale Wochenrhythmus-Romantik.

Da wäre jemand wie Zsolt Löw tatsächlich interessant. Einer, der international alles gesehen hat, Klopp kennt, RB kennt und weiß, wie man eine Mannschaft durch solche Phasen navigiert. Das wäre kein Affront gegen das aktuelle Trainerteam, sondern einfach professionelles Nachrüsten.

Und dann natürlich die große Frage: Yan Diomande. Fußballerisch ein Monster-Talent. Wenn man ehrlich ist, einer der wenigen Spieler im Kader, bei dem man sofort merkt: Der ist eigentlich schon zu gut für die Bundesliga. Aber genau da wird’s gefährlich. Bei RB kennt man inzwischen leider auch die andere Seite solcher Geschichten. Sobald Berater, Umfeld und internationale Begehrlichkeiten größer werden als der Fokus auf Fußball, wird es kompliziert. Xavi Simons lässt grüßen.

Sportlich müsste man alles versuchen, Diomande noch ein Jahr zu halten. Gerade für die Champions League. Aber wenn irgendwo 100 Millionen plus aufgerufen werden, weiß man eben auch, wie RB wirtschaftlich tickt.

Trotzdem: Dieses Jahr war wichtig. Vielleicht wichtiger als manche denken. Nicht wegen Platz vier allein, sondern weil man wieder das Gefühl hat, dass da ein Plan existiert. Und das war zwischenzeitlich wirklich nicht selbstverständlich.

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