Eine rassistische Nachricht an WNBA-Spielerin Dearica Hamby hat für den Absender berufliche Konsequenzen. Das Medizintechnikunternehmen Acclaro Medical bestätigte, dass der betreffende Mitarbeiter nicht mehr für das Unternehmen tätig ist. Zuvor hatte Hamby einen Screenshot der Nachricht in sozialen Medien veröffentlicht – woraufhin Nutzer den mutmaßlichen Absender identifizierten.
Die Basketballspielerin der Los Angeles Sparks hatte die Nachricht nach eigenen Angaben am 24. August von einer ihr unbekannten Telefonnummer erhalten.
Darin wurde Hamby mit einer rassistischen Beleidigung angegriffen und als Tier bezeichnet. Die Spielerin veröffentlichte anschließend einen Screenshot einschließlich der Telefonnummer und fragte ihre fast 50.000 Follower auf X, ob jemand die Nummer kenne.
Internetnutzer identifizieren mutmaßlichen Absender
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Nutzer recherchierten die Telefonnummer und brachten sie nach Angaben des Berichts mit einem Mitarbeiter von Acclaro Medical in Verbindung.
Mehrere Personen informierten daraufhin dessen Arbeitgeber über den Vorfall. Das Unternehmen leitete eine Untersuchung ein.
Zunächst wurde der Mitarbeiter während der laufenden Untersuchung suspendiert. Acclaro Medical erklärte damals, man verurteile Rassismus, Belästigung, Hassrede und diskriminierendes Verhalten in jeder Form.
Die im Internet bekannt gewordenen Äußerungen entsprächen in keiner Weise den Werten und Standards des Unternehmens.
Am 1. September bestätigte Acclaro Medical schließlich gegenüber USA TODAY Sports, dass der Mitarbeiter nicht mehr für das Unternehmen tätig sei.
Wie kam der Absender an Hambys Telefonnummer?
Eine zentrale Frage bleibt bislang unbeantwortet: Wie gelangte der Absender überhaupt an die persönliche Telefonnummer der WNBA-Spielerin?
Nach dem vorliegenden Bericht ist dies weiterhin unklar. USA TODAY Sports bat sowohl die WNBA als auch die Los Angeles Sparks um Stellungnahmen.
Der Fall reicht damit über eine beleidigende Nachricht hinaus. Wenn Sportlerinnen über private Telefonnummern direkt kontaktiert und angegriffen werden können, stellt sich zusätzlich die Frage nach dem Schutz persönlicher Daten und der Sicherheit der Spielerinnen.
Rassistische Angriffe werden zum Problem für die WNBA
Hamby ist nicht die einzige WNBA-Spielerin, die in dieser Saison öffentlich über rassistische Anfeindungen berichtet hat.
Die zunehmende Zahl von Hassnachrichten und persönlichen Angriffen – insbesondere über soziale Netzwerke – beschäftigt inzwischen sowohl Spielerinnen als auch die Liga.
Bereits im Juli hatte Las-Vegas-Aces-Spielerin Chelsea Gray über rassistische Angriffe gesprochen. Auch in diesem Fall verlor ein Mitarbeiter eines Unternehmens nach einer rassistischen Äußerung seinen Arbeitsplatz.
Gray erklärte anschließend, sie hoffe, dass Menschen künftig zweimal nachdenken würden, bevor sie Hass verbreiten. Rassistische Angriffe auf sie und andere schwarze Sportlerinnen seien für sie Ausdruck eines größeren gesellschaftlichen Problems.
Alyssa Thomas berichtete sogar von Todesdrohungen
Noch drastischer waren die Schilderungen von Alyssa Thomas von den Phoenix Mercury.
Thomas berichtete im Juni nach einem sportlich umstrittenen Zwischenfall von Todesdrohungen, rassistischen Beleidigungen und weiteren Online-Angriffen.
Für sie gehe es längst nicht mehr nur um beleidigende Kommentare, sondern um die persönliche Sicherheit der Spielerinnen. Sie forderte die Liga deshalb auf, deutlicher Position zu beziehen und ihre Spielerinnen stärker zu schützen.
WNBA-Commissionerin Cathy Engelbert reagierte darauf mit einer klaren Verurteilung von Hass und Diskriminierung. Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Menschen innerhalb der WNBA-Gemeinschaft hätten höchste Priorität, erklärte sie.
Die Erfahrungen von Thomas und ihren Teamkolleginnen seien vollkommen inakzeptabel und nicht repräsentativ für die Werte der Liga.
Vom anonymen Text zur realen Konsequenz
Der Fall Dearica Hamby zeigt zugleich, wie schnell vermeintlich anonyme Angriffe im Internet reale Folgen haben können. Eine Nachricht von einer unbekannten Telefonnummer wurde veröffentlicht, Nutzer begannen zu recherchieren, ein Arbeitgeber wurde informiert und leitete schließlich Konsequenzen ein.
Für Hamby und andere betroffene Spielerinnen bleibt allerdings das größere Problem bestehen: Rassistische Beleidigungen, Hassnachrichten und sogar Drohungen sind längst nicht mehr nur ein Thema in öffentlichen Kommentarspalten.
Wenn solche Angriffe über private Telefonnummern direkt bei den Sportlerinnen ankommen, verschwimmt zunehmend die Grenze zwischen digitaler Hetze und einer sehr realen Frage der persönlichen Sicherheit.
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