US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat kurzfristig ein groß angelegtes Treffen mit Hunderten hochrangigen Offizieren für den 30. September auf dem Stützpunkt Quantico (Virginia) einberufen. Über den Zweck des Treffens herrscht Unklarheit – Spekulationen reichen von einer Rede über militärische Werte bis hin zu organisatorischen Gründen. Klar ist: Das Treffen wird Millionen Dollar kosten und erhebliche Sicherheitsmaßnahmen erfordern.
Millionenaufwand und Sicherheitsrisiken
Normalerweise würden Treffen dieser Größenordnung Monate im Voraus geplant. Diesmal hatten die Kommandeure nur rund eine Woche Vorlaufzeit. Nach Einschätzung von Verteidigungsexperten könnte die kurzfristige Einberufung nicht nur enorme Kosten für Reisen, Unterkünfte und Sicherheitsvorkehrungen verursachen, sondern auch Lücken in der weltweiten Befehlskette hinterlassen.
Kritiker vergleichen die Zusammenziehung so vieler ranghoher Offiziere mit einem „unnötigen Risiko“ für die nationale Sicherheit. „Obwohl Stellvertreter verfügbar sind, entstehen potenziell gefährliche Lücken in der Führung“, schrieb Mark Cancian vom Center for Strategic and International Studies.
Trump kündigt Teilnahme an
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die geplante Anwesenheit von Präsident Donald Trump, der die Veranstaltung als „positives Treffen über die Stärke des Militärs“ bezeichnete. Sein Besuch erfordert den Einsatz des Secret Service und umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen, die auch den Betrieb der nahegelegenen FBI-Akademie und örtlicher Einrichtungen beeinträchtigen dürften.
Kritik an Kosten und Organisation
Experten bemängeln, dass die Inhalte des Treffens ebenso per Videokonferenz hätten vermittelt werden können. „Das hätte den Steuerzahlern Millionen gespart“, so Virginia Burger, Verteidigungsanalystin. Stattdessen müssen zahlreiche Offiziere samt Mitarbeiterstab in Hotels in der Region untergebracht werden, inklusive Verpflegungspauschalen und Logistik.
Da das Treffen exakt auf das Ende des US-Haushaltsjahres fällt, könnten zudem Budgetengpässe für zusätzliche Probleme sorgen. Manche Einheiten müssten womöglich „unter den Sofakissen nach Restmitteln suchen“, wie ein Analyst es formulierte.
Auswirkungen auf Quantico
Für den Tag des Treffens bleiben mehrere Einrichtungen auf der Basis geschlossen, darunter das Marinekorps-Museum und die Bibliotheken. Auch die Grundschule auf dem Gelände fällt aus. Beobachter rechnen zudem mit massiven Verkehrsbehinderungen in der Region.
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