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Rätsel um Amelia Earhart: Satellitenbild weckt neue Hoffnungen auf Lösung des Jahrhundert-Mysteriums

qimono (CC0), Pixabay
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Fast 90 Jahre nach dem Verschwinden der berühmten US-Pilotin Amelia Earhart sorgt ein neues Satellitenbild für Aufsehen – und könnte möglicherweise zur Lösung eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte führen.

Der Fund stammt nicht etwa von einem Hightech-Observatorium, sondern aus einem kalifornischen Garten: Mike Ashmore, ein ehemaliger Navy-Veteran und Luftfahrtenthusiast, entdeckte 2020 beim Scrollen durch Apple Maps auf seinem iPhone ein seltsames Objekt in einer Lagune der abgelegenen Pazifikinsel Nikumaroro. Die Form erinnerte ihn stark an ein Flugzeugwrack – möglicherweise ein Teil von Earharts legendärer Lockheed Electra 10E.

„Ich saß mit meinem Hund auf der Schaukel und trank Kaffee“, erzählte Ashmore. „Da fiel mir das Objekt ins Auge – ich zoomte näher heran und machte einen Screenshot.“

Expedition soll Klarheit bringen

Die Entdeckung – mittlerweile als „Taraia-Objekt“ bekannt – erregte Aufmerksamkeit unter Forschern, darunter Rick Pettigrew, Direktor des Archaeological Legacy Institute in Oregon. Er fand das Objekt auch auf älteren Luftaufnahmen – sogar auf einem Foto aus dem Jahr 1938.

Nun bricht Pettigrew mit einem 14-köpfigen Team in Kooperation mit der Purdue University, wo Earhart einst lehrte, zu einer Expedition nach Nikumaroro auf. Ziel: das Objekt untersuchen, möglicherweise ausgraben – und womöglich ein Stück Geschichte schreiben.

Abfahrt ist am 4. November von den Marshallinseln aus. Geplant ist ein fünftägiger Aufenthalt auf der unbewohnten Insel mitten im Südpazifik.

„Mit den Beweisen, die wir jetzt haben, wäre es fahrlässig, nicht hinzugehen“, so Pettigrew. „Ich glaube, wir haben eine echte Chance auf einen Durchbruch.“

Ein Mysterium, zwei Theorien

Amelia Earhart und ihr Navigator Fred Noonan verschwanden am 2. Juli 1937 auf dem Weg nach Howland Island, einem winzigen Eiland mitten im Pazifik. Es war ein geplanter Tankstopp auf ihrem Versuch, als erste Frau die Welt zu umrunden.

Zwei Haupttheorien konkurrieren seither:

  1. Absturz im Ozean: Die offizielle Version geht davon aus, dass das Flugzeug aus Treibstoffmangel ins Meer stürzte. Die Organisation Nauticos aus Maine unterstützt diese These und bereitet für 2026 eine vierte Tiefseeexpedition rund um Howland Island vor – mit neu entwickelter Technik und präziserer Analyse früherer Funksignale.
  2. Notlandung auf Nikumaroro: Pettigrew und die Organisation TIGHAR vertreten die Hypothese, dass Earhart auf Nikumaroro notlandete und dort zunächst überlebte. Hinweise seien unter anderem frühere Funknotrufe, alte Knochenteile, ein Kosmetikdöschen, eine Sextant-Kiste sowie rote Textilfragmente, die man auf der Insel fand.

Allerdings fanden mehrere Expeditionen seit 2010 keine eindeutigen Beweise – auch nicht der berühmte Titanic-Entdecker Bob Ballard, der 2019 auf der Insel suchte.

TIGHAR-Gründer Ric Gillespie, ein Skeptiker des neuen Fundes, glaubt nicht, dass es sich beim Taraia-Objekt um ein Flugzeugteil handelt:

„Ich war an dem Ort – das ist einfach ein Pandanusbaum.“

Er glaubt, das Flugzeug sei nach wenigen Tagen vom Riff ins Meer gespült und zerstört worden.

Ein Wettlauf zur Lösung des Rätsels

Die konkurrierenden Theorien sind für viele Forscher keine Rivalität, sondern zwei Wege zur gleichen Antwort. Dave Jourdan, Präsident von Nauticos, hält wenig vom Nikumaroro-Ansatz:

„Sie suchen an einem anderen Ort. Unsere Daten zeigen klar, dass sie näher bei Howland war.“

Jourdan testete mit seiner Crew ein originalgetreues Funksystem von 1937 und glaubt, Earharts letzte Position nun so präzise wie nie zu kennen. Für eine weitere Suche fehlen allerdings noch bis zu 10 Millionen US-Dollar.

Das Vermächtnis einer Pionierin

Amelia Earhart war nicht nur eine Ikone der Luftfahrt, sondern auch eine Pionierin für Frauen im 20. Jahrhundert. Ihre Geschichte fasziniert bis heute – auch Menschen wie Mike Ashmore, der sich bereits als Kind für sie begeisterte:

„Ich werde weitersuchen, egal wie es ausgeht. Irgendjemand wird sie finden.“

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