Während in Serbien erneut Tausende gegen Präsident Aleksandar Vučić auf die Straße gingen, verschärfte sich auch in der Türkei der Druck auf die LGBTQ-Community. Gleichzeitig gibt es vorsichtige Signale einer möglichen Entspannung zwischen den USA und dem Iran, während der Krieg in der Ukraine unvermindert Opfer fordert und Russland zunehmend unter den Folgen ukrainischer Angriffe auf seine Ölindustrie leidet.
In der serbischen Stadt Kraljevo demonstrierten mehrere Tausend Studierende und Bürger unter dem Motto „Die Studenten siegen!“ gegen Präsident Aleksandar Vučić. Die Proteste setzen sich damit auch nach dessen Ankündigung von Neuwahlen fort. Auslöser der seit Monaten andauernden Demonstrationen ist der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Viele Serben machen Korruption und staatliches Versagen für die Katastrophe verantwortlich. Beobachter erwarten, dass Vučić nach seinem angekündigten Rücktritt als Präsident bei vorgezogenen Parlamentswahlen als Spitzenkandidat seiner Regierungspartei SNS das Amt des Ministerpräsidenten anstrebt.
In Istanbul nahm die Polizei unterdessen mindestens 50 Teilnehmer der verbotenen Pride-Parade fest, darunter auch eine Journalistin. Trotz umfangreicher Absperrungen und eines Verbots versammelten sich zahlreiche Menschen zu der Demonstration. Die türkische Anwaltskammer setzte mit einem Banner „LGBT ist ein Menschenrecht“ ein Zeichen gegen die Repressionen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan geht seit Jahren zunehmend gegen die LGBTQ-Community vor und macht sie regelmäßig für gesellschaftliche Entwicklungen verantwortlich.
Im Nahen Osten könnte sich dagegen eine vorsichtige Entspannung abzeichnen. Nach Informationen des US-Portals Axios haben sich die USA und der Iran grundsätzlich auf einen gegenseitigen Stopp militärischer Angriffe verständigt. Für Dienstag ist demnach ein Treffen in der katarischen Hauptstadt Doha geplant, bei dem insbesondere der Streit um die Straße von Hormus beigelegt werden soll. Offizielle Bestätigungen aus Washington oder Teheran stehen bislang allerdings aus.
Der Krieg in der Ukraine fordert weiterhin zahlreiche Opfer. Bei russischen Angriffen auf die Regionen Saporischschja, Charkiw und Sumy kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist und eine ältere Frau. Mehr als zwei Dutzend weitere Menschen wurden verletzt, darunter auch Kinder.
Gleichzeitig wächst in Russland der wirtschaftliche Druck. Präsident Wladimir Putin berief eine Krisensitzung zur angespannten Treibstoffversorgung ein. Hintergrund sind die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Raffinerien und andere Einrichtungen der russischen Ölindustrie. In vielen Regionen bilden sich bereits lange Schlangen an Tankstellen, einzelne Kraftstoffsorten sind knapp geworden. Moskau denkt inzwischen über Exportbeschränkungen für Diesel nach und greift bereits auf strategische Benzinreserven zurück.
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