Startseite Allgemeines HSV Hamburger Sportverein: Endlich mal einer, der vorangeht! Ein HSV-Fan über Remberg, die Binde und große Hoffnungen
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HSV Hamburger Sportverein: Endlich mal einer, der vorangeht! Ein HSV-Fan über Remberg, die Binde und große Hoffnungen

jarmoluk (CC0), Pixabay
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Es gibt Entscheidungen beim HSV, da diskutiert man wochenlang. Und dann gibt es Entscheidungen, bei denen man sich fragt: Warum eigentlich nicht schon früher?

Nicolai Remberg ist neuer Kapitän. Ausgerechnet der Mann, der über den Platz marschiert, als hätte ihm jemand gesagt, der Gegner habe seine Brotdose geklaut. „Rambo“ eben. Einer, der lieber grätscht als redet und lieber vorangeht als große Reden schwingt. Genau solche Typen hat der HSV in den vergangenen Jahren viel zu selten gehabt.

Wenn Trainer Merlin Polzin ihn jetzt als Überperformer und Leader bezeichnet, klingt das für mich nicht nach Trainerfloskel. Das klingt nach jemandem, der auf dem Platz genau hinschaut. Denn Führung erkennt man eben nicht daran, wer vor dem Spiel die Münzwahl gewinnt. Führung zeigt sich dann, wenn es in der 82. Minute 1:1 steht, die Beine schwer werden und trotzdem einer noch den nächsten Sprint ansetzt.

Remberg wirkt genau wie so einer.

Natürlich gibt es jetzt die Frage: Was macht eigentlich Yussuf Poulsen? Der bisherige Kapitän verliert die Binde. Das kann jeder Profi erst einmal persönlich nehmen. Aber genau hier zeigt sich, ob eine Mannschaft wirklich zusammenwächst.

Wenn Poulsen die Entscheidung annimmt und Remberg unterstützt, gewinnt der HSV am Ende sogar doppelt. Dann gibt es nicht einen Anführer, sondern zwei erfahrene Spieler, die Verantwortung übernehmen. Und davon kann dieser Verein nun wirklich nicht genug bekommen.

Denn Hand aufs Herz: Wir HSV-Fans haben in den vergangenen Jahren so ziemlich alles erlebt. Trainerwechsel, Aufstiegsdramen, Relegationsfrust, Last-Minute-Gegentore und diese ganz spezielle Fähigkeit, Spiele zu verlieren, die eigentlich längst gewonnen waren. Da entwickelt man zwangsläufig einen gewissen Galgenhumor – und eine hohe Schmerzgrenze.

Vielleicht braucht es deshalb genau so einen Typen wie Remberg. Keinen Lautsprecher, sondern einen Malocher. Einen, der jeden Zweikampf führt, als gäbe es dafür Extrapunkte. Einen, der Mitspieler mitreißt, statt sie zusammenzustauchen.

Ob die Kapitänsbinde am Ende wirklich den Unterschied macht? Wahrscheinlich nicht.

Aber sie ist ein Symbol. Und vielleicht steht sie diesmal genau für das, was der HSV auf seinem langen Weg zurück in die Bundesliga braucht: Mentalität, Leidenschaft und den unbedingten Willen, sich in keinem Spiel mehr den Schneid abkaufen zu lassen.

Als HSV-Fan will ich gar keine großen Versprechen mehr hören. Keine Sätze wie „Wir greifen voll an“ oder „Dieses Jahr wird alles anders“.

Ich will sehen, dass einer vorneweg marschiert.

Wenn Remberg genau das tut, dann ist die Binde bei ihm genau richtig.

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