Nach dem US-Luftangriff auf iranische Atomanlagen am 21. Juni demonstrieren in den Vereinigten Staaten und weltweit Tausende Menschen gegen eine weitere Eskalation im Nahen Osten. Proteste fanden unter anderem in Washington D.C., New York und Boston statt. Weitere Demonstrationen sind für die kommende Woche angekündigt, darunter ein landesweiter Protestmarsch am 28. Juni in der US-Hauptstadt.
Organisiert werden viele der Proteste von Gruppen wie der ANSWER Coalition („Act Now to Stop War and End Racism“), die bereits in der Vergangenheit gegen die Kriege im Irak und Afghanistan mobilisierte. Auch die Party for Socialism and Liberation rief zum Widerstand auf und erklärte: „Die Menschen in den USA wollen keinen weiteren endlosen Krieg – sie wollen Investitionen in soziale Bedürfnisse.“
Die Demonstranten fordern ein Ende der Angriffe auf Iran und verurteilen die Rolle sowohl von US-Präsident Donald Trump als auch von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Einige Kundgebungen fanden auch außerhalb der USA statt, etwa in Japan und im Iran selbst.
Die Proteste stehen im direkten Zusammenhang mit Trumps Entscheidung, drei iranische Nuklearanlagen zu bombardieren – ein Angriff, den er als Maßnahme gegen die nukleare Bedrohung durch Teheran rechtfertigte. Trump drohte zugleich mit weiteren Schlägen, sollte Iran nicht zum Frieden bereit sein.
Die politische Reaktion in den USA fällt gespalten aus. Viele republikanische Abgeordnete, darunter Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson, lobten Trumps „klare und entschlossene Haltung“ gegenüber einem atomar bewaffneten Iran.
Demokraten hingegen kritisieren die Entscheidung scharf. Sie werfen dem Präsidenten vor, den Angriff ohne Zustimmung des Kongresses und somit völkerrechtswidrig durchgeführt zu haben. „Dieses Vorgehen ist ein gefährlicher Alleingang und bringt amerikanische Soldaten und Zivilisten in Gefahr“, sagte der Demokrat James Clyburn aus South Carolina. Trump breche damit sein eigenes Versprechen, keine neuen Kriege im Nahen Osten zu beginnen.
Mit der Rückkehr des Kongresses nach Washington in dieser Woche dürfte sich die Debatte über die Rechtmäßigkeit und strategische Sinnhaftigkeit des Angriffs verschärfen – begleitet von wachsendem öffentlichem Druck auf die Regierung.
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