Da hat selbst die Stadionuhr noch nicht ganz zu Ende getickt, da war Ange Postecoglou schon wieder Geschichte: Nur 19 Minuten nach der 0:3-Heimpleite gegen Chelsea hat Nottingham Forest den Australier wieder vor die Tür gesetzt – und zwar so schnell, dass man sich fragt, ob die Kündigung schon während der zweiten Halbzeit vorbereitet wurde.
39 Tage im Amt. Acht sieglose Spiele. Ein klarer Fall von: „Danke, reicht!“
In einem knapperen Statement als ein Espresso-Shot verkündete der Club:
„Ange Postecoglou wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden.“
Weitere Kommentare? Fehlanzeige. Nottingham schweigt – und Postecoglou kann seine Trainerjacke direkt wieder zurück in den Koffer werfen.
Vom Europa-League-Held zum Einweg-Coach
Noch vor wenigen Monaten hatte Postecoglou mit Tottenham die Europa League gewonnen, jetzt endet sein nächstes Abenteuer schneller als ein TikTok-Video. Der 60-Jährige war erst am 9. September mit viel Tamtam präsentiert worden – inklusive feierlichem Händedruck, Kameralächeln und der Hoffnung, Nottingham irgendwie wieder konkurrenzfähig zu machen.
Stattdessen: Null Glanz, null Punkte, null Geduld.
Vielleicht war der Plan: Erst Europa, dann Forest, dann… Forsthaus Falkenau?
Die Trainerbank: Drehtür statt Dauerposten
Postecoglou ist übrigens bereits der zweite Trainer, der Nottingham diese Saison „verlässt“ – wobei „verlassen“ hier eher klingt wie: „mit sanftem Tritt in Richtung Ausgang“. Zuvor musste schon Nuno Espírito Santo die Segel streichen – mittlerweile schippert er bei West Ham durchs Premier-League-Gewässer.
Bei Nottingham scheint aktuell nicht der Gegner das größte Problem, sondern der eigene Geduldsfaden. Ob es nächste Woche schon den dritten Trainer gibt? Man weiß es nicht. Aber: Bewerbungen werden offenbar im 24-Stunden-Takt gesichtet.
Kurz aus der Liga: Drama und Haaland
Ach ja – Fußball wurde auch gespielt:
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Crystal Palace rettete sich in der 97. Minute mit einem Mateta-Elfer zum 3:3 gegen Bournemouth. Mateta erzielte drei Tore – und hätte fast noch das 4:3 gemacht. Vielleicht wollte er aber auch einfach nicht übertreiben.
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Manchester City? Haaland. Zwei Tore gegen Everton. 2:0. Der Norweger trifft wie andere Leute Kaffee trinken: regelmäßig, schwarz und gnadenlos.
Fazit:
Postecoglou darf zurück in den Flieger nach Australien – oder Tottenham, wo man sich fragt, ob’s nicht doch ein Fehler war, ihn gehen zu lassen. Und Nottingham? Wartet auf den nächsten Heilsbringer. Oder wenigstens auf das nächste Unentschieden.
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