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„Penisgate“ bei Olympia: Star-Chirurg will Skispringer behandelt haben

95C (CC0), Pixabay
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Die Diskussion um angebliche Penis-Vergrößerungen im Skispringen bekommt neue Nahrung. Ein italienischer Schönheitschirurg, der sich auf entsprechende Eingriffe spezialisiert hat, erklärt, er habe erst kürzlich einen Skispringer mit Hyaluronsäure behandelt.

Alessandro Littara, nach eigenen Angaben einer der erfahrensten Ärzte Europas auf diesem Gebiet, teilte mit, er habe im vergangenen Monat einem Athleten aus dem Skisprungbereich eine „großzügige Dosis“ Hyaluronsäure injiziert. Namen oder Nationalität nannte er nicht. Ob der Sportler bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina startet, ließ er offen.

Der Athlet habe ihm gesagt, es gehe darum, „Peinlichkeiten in der Umkleidekabine“ nach Wettkämpfen zu vermeiden. Ob das der wahre Grund gewesen sei, könne er nicht beurteilen, so Littara. Das Ergebnis sei jedoch sofort sichtbar gewesen, der Sportler habe „nach wenigen Minuten“ wieder einen neuen Anzug tragen können.

Gerücht sorgt für Wirbel

Ausgelöst wurde die Debatte durch Berichte eines deutschen Mediums. Demnach könnten Skispringer mit genitalvergrößernden Injektionen die Oberfläche ihrer eng anliegenden Wettkampfanzüge vergrößern – und so möglicherweise aerodynamische Vorteile erzielen. Je größer und optimaler der Anzug am Körper anliegt, desto weiter könnten die Sprünge ausfallen.

Der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) wies die Vorwürfe als „wildes Gerücht“ zurück. Es gebe keinerlei Hinweise oder Belege dafür, dass Athleten Hyaluronsäure nutzen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kündigte an, den Sachverhalt zu prüfen.

Könnte es technisch funktionieren?

Ob der Eingriff theoretisch einen Vorteil bringen könnte, ist umstritten. Aerodynamik-Experten verweisen darauf, dass es im Skispringen darum geht, maximalen Auftrieb bei minimalem Luftwiderstand zu erreichen. Veränderungen im Bereich des Anzugs – insbesondere im Schritt – könnten daher grundsätzlich eine Rolle spielen.

Erst im Frühjahr hatte es bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften einen Manipulationsskandal um Anzüge gegeben. Norwegische Trainer wurden wegen Veränderungen an den Anzügen gesperrt. Damals ging es ebenfalls um Anpassungen im Schrittbereich, die erst nach dem Auftrennen von Nähten nachgewiesen werden konnten.

Strenge Kontrollen bei Olympia

Die FIS betont, dass bei den Olympischen Spielen umfangreiche Kontrollen stattfinden. Jeder Anzug wird vorab technisch geprüft, mit einem Mikrochip versehen und vor jedem Sprung gescannt. Ziel sei es, Manipulationen zu verhindern und Chancengleichheit sicherzustellen.

Körperscans würden während der Spiele allerdings nicht durchgeführt; entsprechende Vermessungen erfolgten zu Saisonbeginn als Referenzwert.

US-Team reagiert mit Humor

Die drei Skispringer des US-Teams erklärten, sie selbst hätten keine derartigen Eingriffe vornehmen lassen. Ganz ausschließen wollten sie jedoch nicht, dass andere Teams zu ungewöhnlichen Mitteln greifen könnten. „Wissenschaftlich betrachtet könnte es funktionieren“, sagte ein US-Athlet. „Aber was hinter verschlossenen Türen passiert, weiß niemand.“

Hyaluronsäure wird in der Medizin und Ästhetik häufig eingesetzt, etwa zur Faltenbehandlung. Laut Littara werden bei einer Penisvergrößerung in der Regel mindestens 20 Milliliter injiziert. Um das Volumen zu erhalten, müsse der Eingriff realistisch gesehen etwa dreimal pro Jahr wiederholt werden.

Ob „Penisgate“ ein ernstzunehmendes Thema oder lediglich ein skurriles Olympia-Gerücht bleibt, ist weiter offen. Die Sportverbände sehen bislang keinen Beweis für systematische Manipulationen.

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