Fragen an Patrick Huber und die LFS Bewirtschaftungs AG: Wie belastbar ist das Plantagenmodell wirklich?
Die Diskussionen rund um Forstinvestments in Costa Rica und Ecuador reißen seit Jahren nicht ab. Immer wieder geht es dabei um zentrale Fragen: Wem gehören die Bäume tatsächlich? Wer bewirtschaftet die Plantagen? Und welche Rechte haben Anleger am Ende überhaupt?
Im Zusammenhang mit der Schweizer LFS Bewirtschaftungs AG und Verwaltungsrat Patrick Huber ergeben sich aus Sicht unserer Redaktion mehrere Fragen, die bislang nach unserem Eindruck nicht abschließend beantwortet wurden.
Wem gehören die Bäume tatsächlich?
Ein zentraler Punkt betrifft die Eigentumsverhältnisse an den beworbenen Baumbeständen. Nach Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, bestehen weiterhin erhebliche Zweifel daran, ob Anleger tatsächlich rechtlich abgesichertes Eigentum an konkreten Bäumen oder Plantagenflächen erworben haben.
Sowohl das uns bekannte sogenannte „Rechtsgutachten der LFS“ als auch eigene Recherchen vor Ort in Costa Rica und Ecuador liefern nach unserer Einschätzung bislang keine eindeutig belastbare Grundlage, die diese Eigentumsfrage abschließend klärt.
Gerade bei langfristigen Forstinvestments ist diese Frage jedoch von erheblicher Bedeutung. Denn falls Anleger keine gesicherten Eigentumsrechte besitzen sollten, stellt sich zwangsläufig die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage eine Bewirtschaftung im Namen der Investoren überhaupt erfolgt.
Können Anleger später mit Forderungen konfrontiert werden?
In diesem Zusammenhang stellt sich aus unserer Sicht eine weitere praktische und juristische Frage:
Was passiert eigentlich, wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen sollte, dass Auftraggeber gar nicht Eigentümer der bewirtschafteten Bäume waren? Könnten daraus möglicherweise Forderungen oder Kosten gegenüber Anlegern entstehen?
Bislang ist uns nicht bekannt, wie die LFS Bewirtschaftungs AG dieses Risiko bewertet oder vertraglich ausschließt. Eine Klarstellung hierzu wäre aus Sicht vieler betroffener Anleger sicherlich hilfreich.
Welche Erfahrung besteht im Plantagenmanagement?
Offen bleibt zudem die Frage, welche konkrete fachliche Qualifikation oder operative Erfahrung die LFS Bewirtschaftungs AG beziehungsweise deren Verantwortliche im Management internationaler Forstplantagen besitzen.
Unsere Redaktion erreichten zudem Hinweise auf mögliche Spannungen im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen und Vergütungsfragen bei Plantagenarbeitern vor Ort. Ob und in welchem Umfang dies zutrifft, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Auch hierzu wäre eine Stellungnahme der Verantwortlichen sinnvoll.
Dient die Gesellschaft der Anlegerberuhigung?
Einige Investoren äußern inzwischen die Sorge, dass die Gründung beziehungsweise Einbindung neuer Gesellschaftsstrukturen vor allem dazu dienen könnte, Zeit zu gewinnen und Anleger zu beruhigen.
Die entscheidende Frage lautet daher: Können die Verantwortlichen heute belastbar ausschließen, dass Anleger am Ende trotz jahrelanger Einzahlungen keine wirtschaftlichen Erträge erzielen werden?
Da der LFS Bewirtschaftungs AG nach eigener Darstellung Informationen zu Plantagenstandorten, Baumbeständen und Bewirtschaftung vorliegen dürften, wäre eine transparente Einschätzung hierzu von erheblichem Interesse.
Welche Rolle spielt die Life Forestry Foundation?
Schließlich stellt sich auch die Frage nach möglichen Verbindungen zur Life Forestry Foundation in Liechtenstein.
Mehreren Anlegern soll nach Informationen unserer Redaktion mitgeteilt worden sein, dass diese Stiftung beziehungsweise Organisation für die Pflege oder Verwaltung der Plantagen zuständig sei. Bislang bleibt jedoch unklar, wie genau die Zusammenarbeit ausgestaltet ist und welche Verantwortlichkeiten jeweils bestehen.
Unsere Redaktion hat Patrick Huber beziehungsweise die LFS Bewirtschaftungs AG eingeladen, zu den genannten Punkten Stellung zu nehmen. Eine entsprechende Antwort veröffentlichen wir selbstverständlich vollständig und ungekürzt.
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