Panamas Präsident Jose Raul Mulino hat Donald Trump mal so richtig die Tür vor der Nase zugeschlagen – und zwar mit der Eleganz eines Kapitäns, der weiß, dass sein Schiff sicher im Hafen liegt. Auf die Frage, ob man über den Panamakanal verhandeln könnte, antwortete Mulino schlicht: „Es gibt nichts zu besprechen.“ Übersetzung: „Nein heißt nein, Donald.“
„Der Kanal ist panamaisch und bleibt panamaisch“
Bei einer Pressekonferenz ließ Mulino keinen Zweifel daran, wem der Panamakanal gehört. „Der Kanal ist panamaisch und gehört Panamaern“, erklärte er stolz, während vermutlich irgendwo in Washington ein Berater Trumps hektisch eine Google-Suche mit den Worten „Panamakanal Besitzverhältnisse“ startete. Mulino fügte hinzu, der Kanal sei mit „Blut, Schweiß und Tränen“ erkämpft worden – eine Aussage, die Trump wahrscheinlich als Einladung versteht, die nächste Reality-Show namens The Canal Apprentice zu starten.
„Lächerlich hohe Gebühren“ und chinesische Verschwörungen
Trump hatte zuvor erklärt, die Gebühren für die Nutzung des Panamakanals seien „lächerlich hoch“. Offenbar ist der designierte Präsident davon überzeugt, dass ein so komplexes logistisches Meisterwerk wie der Panamakanal mit Rabattgutscheinen von seinem Mar-a-Lago-Resort betrieben werden könnte. Als das nicht zog, griff Trump zu seinem bewährten Lieblingsargument: China. Er twitterte, dass „chinesische Soldaten“ den Panamakanal „liebevoll, aber illegal“ betreiben würden. Liebevoll? Ob Trump sich bewusst ist, dass der Kanal weder ein Wellness-Resort noch ein Themenpark ist?
Mulino kontert mit Fakten – und einem Hauch Genervtheit
Mulino wies Trumps Vorwürfe scharf zurück und erklärte, dass die Gebühren für den Kanal nicht nach Gutdünken festgelegt würden, sondern durch ein „öffentliches und transparentes Verfahren“. Für Trump ist das vermutlich ein Konzept, das ebenso fremd ist wie die Idee, dass Panama ein eigenständiges Land und kein weiteres Trump-Resort ist.
Mulino ließ es sich auch nicht nehmen, die Absurdität der chinesischen Soldaten-Theorie zu unterstreichen: „Es gibt keinerlei chinesische Einflussnahme oder Beteiligung an irgendetwas, was mit dem Panamakanal zusammenhängt.“ Man stelle sich vor, wie Trump auf diese Aussage reagiert hat – wahrscheinlich mit einem hastigen Blick in seinen Twitter-Feed, um neue Anschuldigungen zu formulieren.
Ein Kanal, der Geschichte schreibt (und für Lacher sorgt)
Der Panamakanal wurde 1914 von den USA eröffnet und 1999 an Panama übergeben. Seitdem ist er für den Welthandel unverzichtbar, da fünf Prozent des globalen Schiffsverkehrs die Wasserstraße nutzen. Für Trump scheint das jedoch weniger eine historische Errungenschaft als eine verpasste Geschäftsmöglichkeit zu sein. Wer weiß, vielleicht hat er schon Pläne für eine „Trump Waterway“ in Arbeit?
Fazit: Trump vs. Panama – Runde 1 geht an Mulino
Mit einem Mix aus Stolz, Pragmatismus und einem Hauch Genervtheit hat Mulino klargemacht, dass der Panamakanal weder zu verkaufen noch zu diskutieren ist. Trump hingegen bleibt mit seinen „chinesischen Soldaten“ und „lächerlichen Gebühren“ ein Paradebeispiel dafür, wie man gleichzeitig unterhält und irritiert. Der Kanal bleibt panamaisch – und das ist wohl das letzte Wort in dieser Angelegenheit.
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