Ungarn erlebt gerade das, was man sonst nur aus Netflix-Serien kennt: Staffel 16 von „Viktor regiert“ – doch plötzlich taucht ein neuer Hauptdarsteller auf.
Viktor Orbán, seit gefühlten 300 Jahren im Amt, hielt seine große Rede zur Lage der Nation. Dramaturgie? Perfekt. Gegner? Natürlich nicht im Land, sondern in Brüssel. Die Opposition sei eine „Schöpfung des Auslands“, genauer gesagt eine Art EU-Laborprojekt mit deutscher Bedienungsanleitung.
Sein Herausforderer Peter Magyar? Laut Orbán praktisch ein Franchise-Produkt von Ursula von der Leyen, Manfred Weber und vermutlich auch der örtlichen Sparkasse. Sogar Banken mussten öffentlich klarstellen, dass sie weder Kriegsgewinner noch Weltherrscher sind.
Orbán sprach von „Hunden des Krieges“ und „Eintreibern des Todes“. Magyar konterte trocken: Wenn man Todesboten suche, solle man vielleicht bei gewissen Batteriefabriken nachsehen.
Magyar, einst selbst FIDESZ-Mann, präsentiert sich als Anti-Korruptions-Reformer mit EU- und NATO-Bekenntnis. Er verspricht saubere Politik, bessere Krankenhäuser und weniger Drama. Was im Vergleich fast schon revolutionär klingt.
Währenddessen kursieren KI-Videos, mysteriöse Sexvideo-Andeutungen und allerlei Wahlkampf-Spezialeffekte. Ungarns Politik ist offenbar ins Influencer-Zeitalter eingetreten.
Orbán setzt auf Bewährtes: Frieden, billiges Gas, 14. Monatsrente – und die Warnung vor Brüssel als galaktischer Bedrohung. Magyar setzt auf Neustart.
Die Umfragen? Sehen diesmal ungewohnt spannend aus.
Am 12. April entscheidet sich, ob Ungarn bei „Staffel 17“ bleibt – oder ob ein neues Drehbuch geschrieben wird.
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