Nordkorea hat erneut klargemacht, dass es sich nicht mehr an internationale Vereinbarungen zur Begrenzung von Atomwaffen gebunden fühlt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA erklärte der nordkoreanische UN-Botschafter Kim Song, die Position des Landes als Atommacht sei „unumkehrbar“ und werde sich weder durch Druck noch durch internationale Kritik verändern.
Kim warf den USA und westlichen Staaten vor, die laufende Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags zu „vergiften“, indem sie Nordkoreas Atomprogramm erneut thematisierten. Aus Sicht Pjöngjangs handelt es sich dabei offenbar weniger um ein Sicherheitsproblem als um eine lästige Erinnerung daran, dass internationale Verträge eigentlich eingehalten werden sollten.
Nordkorea war bereits 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgestiegen, nachdem die USA Hinweise auf ein geheimes Urananreicherungsprogramm veröffentlicht hatten. Seitdem entwickelte das Regime sein Atom- und Raketenprogramm konsequent weiter – begleitet von Sanktionen, internationalen Warnungen und regelmäßig wiederkehrenden diplomatischen Sackgassen.
Die jüngsten Aussagen zeigen einmal mehr, dass Pjöngjang keinerlei Bereitschaft erkennen lässt, über eine Abrüstung zu verhandeln. Stattdessen präsentiert sich die Führung zunehmend offensiv als dauerhafte Atommacht. Internationale Appelle wirken dabei inzwischen ungefähr so wirkungsvoll wie Resolutionen gegen schlechtes Wetter.
Für die internationale Gemeinschaft bleibt das Problem ungelöst: Nordkorea verfügt mittlerweile über ein deutlich fortgeschritteneres Atomprogramm als noch vor zwei Jahrzehnten, während diplomatische Fortschritte praktisch zum Stillstand gekommen sind. Die Hoffnung, das Regime durch Verhandlungen oder Sanktionen zum Kurswechsel zu bewegen, wirkt zunehmend unrealistisch.
Damit bleibt die Lage auf der koreanischen Halbinsel angespannt – und der Atomwaffensperrvertrag muss erneut erleben, dass seine Wirksamkeit stark davon abhängt, ob sich Staaten überhaupt noch dafür interessieren.
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