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„Nicht vorrätig“ – Was bei der Luxusmarke Saks schieflief

igormattio (CC0), Pixabay
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In der Flaggschiff-Filiale von Saks Fifth Avenue in New York bestaunten Tourist:innen kürzlich exklusive Handtaschen von Balenciaga und Burberry. Doch Gespräche in der Parfümabteilung machten deutlich: Das Unternehmen steckt in ernsten Schwierigkeiten.

Eine Kundin suchte vergeblich nach einem Raumduft, der in der Vergangenheit stets vorrätig war. Die Antwort des Verkäufers: „Alles ist ausverkauft – Kerzen, Diffusoren.“

Kurz vor der Insolvenz

Die Eigentümergesellschaft von Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus steht laut Berichten kurz vor der Beantragung eines Insolvenzverfahrens zum Gläubigerschutz. Der Zusammenschluss der beiden Luxusmarken im Jahr 2024 – mit dem Ziel, Kosten zu senken und Synergien zu schaffen – hatte nicht den erhofften Erfolg.

Bereits seit Anfang 2023 gingen die Umsätze deutlich zurück. Gründe waren unter anderem hohe Schulden und verändertes Konsumverhalten zugunsten des Onlinehandels. Der finanzielle Druck verschärfte sich, als im Dezember eine Zinszahlung in Höhe von 100 Millionen Dollar nicht geleistet wurde.

Zahlungsverzögerungen und Lieferstopps

Zahlreiche Lieferanten berichten von monatelangen Zahlungsverzögerungen. Einige haben ihre Zusammenarbeit mit dem Händler bereits eingestellt. Gleichzeitig mehren sich Beschwerden über leere Regale, stornierte Onlinebestellungen und fehlende Produkte in den Filialen.

Einige Finanzdienstleister, die bislang Bestellungen über Saks absicherten, kündigten an, keine neuen Geschäfte mehr zu genehmigen. Für viele Marken stellt dies einen tiefen Vertrauensbruch dar.

Kritik an der Unternehmensführung

Die Übernahme des Konkurrenten Neiman Marcus wurde durch erhebliche Schulden finanziert – was die bestehenden finanziellen Probleme verschärfte. Bereits zuvor gab es Hinweise auf verspätete Zahlungen, was auf Liquiditätsengpässe hindeutete.

Branchenbeobachter machen strategische Fehlentscheidungen in den letzten Jahren mitverantwortlich für die aktuelle Krise. Die Neuausrichtung des Unternehmens sei mehr auf kurzfristige Deals als auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtet gewesen.

Frust bei Kund:innen

Kund:innen berichten vermehrt von stornierten Bestellungen, vor allem im Onlineshop. In mehreren Fällen wurden Bestellungen trotz sofortiger Bestätigung nachträglich als „ausverkauft“ storniert.

Dies führt zu Verunsicherung und Vertrauensverlust. Einige Kund:innen gaben an, künftig lieber bei anderen Anbietern einkaufen zu wollen.

Fazit

Saks kämpft mit den Folgen hoher Verschuldung, strategischer Fehlentscheidungen und einer zunehmend skeptischen Kundschaft. Die angespannte Lage mit Lieferanten und Zahlungsausfällen bedroht die Existenz des traditionsreichen Luxushauses. Auch wenn eine mögliche Insolvenz nicht automatisch das Aus bedeutet – eine Rückkehr zu alter Stärke scheint derzeit unwahrscheinlich.

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