Ein Jahr nach dem Untergang eines neuseeländischen Marineschiffs vor der Küste Samoas hat die Regierung in Wellington eine Entschädigung in Höhe von 10 Millionen Samoanischen Tala (rund 6 Millionen neuseeländische Dollar bzw. 2,6 Millionen Pfund) an den pazifischen Inselstaat gezahlt. Das Geld soll Umweltschäden ausgleichen, die durch den Untergang des Schiffes entstanden sind.
Unglück vor Upolu
Das Forschungsschiff HMNZS Manawanui war im vergangenen Jahr während einer hydrographischen Vermessungsmission in samoanischen Gewässern auf ein Riff aufgelaufen. Dabei wurde der Rumpf schwer beschädigt. Das Schiff begann zu brennen und kenterte wenig später. Die gesamte Besatzung von 75 Personen konnte rechtzeitig gerettet werden.
Nach Angaben des neuseeländischen Verteidigungsministeriums handelte es sich um das erste verlorene Marineschiff Neuseelands seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Manawanui war eines von nur neun Schiffen in der Flotte des Landes und hatte die Aufgabe, den Meeresboden in einem Seegebiet zu vermessen, das seit Jahrzehnten nicht mehr kartiert worden war.
Umweltverschmutzung und diplomische Folgen
Nach dem Untergang trat Öl aus dem Wrack aus und verschmutzte die umliegenden Küstengewässer. Auf den Stränden der samoanischen Hauptinsel Upolu bildeten sich Ölflecken, und es wurden mehrere tote Meeresschildkröten gefunden. Die Regierung Samoas sprach von einer „erheblichen Beeinträchtigung des marinen Ökosystems“.
Neuseeland reagierte zunächst mit Soforthilfen, entsandte Spezialisten zur Bergung des Wracks und beteiligte sich an den Aufräumarbeiten. Die Entschädigung, so Außenminister Winston Peters, sei nun Teil einer „abschließenden Vereinbarung“ zwischen beiden Regierungen.
„Samoa hat uns um eine finanzielle Wiedergutmachung gebeten, und wir haben diesem Wunsch entsprochen. Wir übernehmen Verantwortung für die Auswirkungen des Vorfalls und bleiben unserem Engagement für den Schutz des Pazifiks verpflichtet“, sagte Peters.
Symbolische und politische Bedeutung
Der Verlust der Manawanui gilt in Neuseeland als Rückschlag für die Marine, die in den letzten Jahren verstärkt in pazifische Hilfs- und Forschungsmissionen eingebunden war. Das Schiff war erst 2018 in Dienst gestellt worden und hatte eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Tiefseeerkundungen und Bergungsarbeiten gespielt.
Samoa und Neuseeland pflegen traditionell enge Beziehungen – viele Samoaner leben in Neuseeland, und Wellington gilt als wichtiger Partner in Fragen der regionalen Sicherheit und Katastrophenhilfe. Beobachter sehen die Zahlung daher nicht nur als finanziellen Ausgleich, sondern auch als diplomatisches Signal für die Stabilität der Partnerschaft beider Länder.
Mit der Einigung gilt der diplomatische Streit über das Unglück offiziell als beigelegt. Das Wrack der Manawanui liegt weiterhin in rund 40 Metern Tiefe vor der Küste von Upolu und wird nach Angaben der samoanischen Behörden regelmäßig überwacht, um weitere Umweltschäden auszuschließen.
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