Ein neues Buch über Queen Elizabeth II gewährt seltene Einblicke in ihre Begegnungen mit US-Präsidenten – und wirft dabei auch ein besonderes Licht auf ihr Verhältnis zu Donald Trump. In „The Queen and Her Presidents“ beschreibt Journalistin Susan Page bislang wenig bekannte Episoden aus dem Leben der Monarchin.
Ein Staatsbesuch mit Nebenwirkungen
Als Trump 2019 zu seinem Staatsbesuch in London eintraf, sorgte er offenbar gleich für Ärger – zumindest im Garten des Buckingham-Palasts. Der Hubschrauber „Marine One“ wirbelte bei der Landung so viel Luft auf, dass Blumenbeete beschädigt und der Rasen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Laut einem Palastmitarbeiter soll die Queen darüber alles andere als erfreut gewesen sein.
Diplomatie statt Klartext
Beim anschließenden Staatsbankett versuchte Trump, die Monarchin zu einer Einschätzung ihrer bisherigen Begegnungen mit US-Präsidenten zu bewegen. Doch wie so oft blieb Elizabeth II diplomatisch: Auf die Frage nach ihrem Lieblingspräsidenten antwortete sie ausweichend, alle seien „sehr gut“ gewesen. Kritik äußerte sie – zumindest offen – über keinen.
Diskretion auch bei Familienthemen
Auch beim sensiblen Thema rund um Prinz Harry und Meghan Markle blieb die Queen ihrer Linie treu. Trotz wiederholter Nachfragen Trumps äußerte sie sich lediglich vage und vermied jede negative Bemerkung. Ihre Zurückhaltung galt als Markenzeichen ihrer jahrzehntelangen Amtszeit.
Ein ungewöhnlicher Anruf
Besondere Aufmerksamkeit erhält im Buch ein bislang nicht öffentlich bekannter Anruf der Queen bei Trump. Hintergrund war eine diplomatische Krise nach der Veröffentlichung kritischer Einschätzungen des damaligen britischen Botschafters in den USA. Trump reagierte verärgert, der Botschafter trat schließlich zurück. Laut Darstellung im Buch soll die Queen mit ihrem Anruf zur Deeskalation beigetragen haben.
War Trump ihr Favorit?
Trump selbst zeigte sich überzeugt, bei der Queen einen besonders guten Eindruck hinterlassen zu haben. Er behauptete später, sie habe ihn als ihren Lieblingspräsidenten betrachtet. Diese Einschätzung wird jedoch von zahlreichen Zeitzeugen und ehemaligen Politikern deutlich angezweifelt. Vielmehr gilt es als wahrscheinlich, dass die Queen – erfahren im Umgang mit Staatsgästen – jedem Gesprächspartner das Gefühl vermittelte, besonders geschätzt zu werden.
Fazit
Das Buch zeichnet das Bild einer Monarchin, die auch in heiklen Situationen auf Zurückhaltung, Höflichkeit und diplomatisches Geschick setzte. Gerade im Umgang mit polarisierenden Persönlichkeiten wie Donald Trump zeigte sich ihre Fähigkeit, Spannungen zu entschärfen, ohne klare Positionen öffentlich preiszugeben.
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