Die US-Luftwaffe führt für ihre Regierungsflugzeuge, darunter auch die künftige Air Force One, ein neues Farbdesign ein. Wie die Streitkräfte am 17. Februar mitteilten, soll die Präsidentenmaschine künftig in den Farben Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold gestaltet werden.
Damit verabschiedet sich die Luftwaffe vom bisherigen Design in Weiß und zwei Blautönen, das noch aus der Zeit von Präsident John F. Kennedy stammt. Zugleich greift die neue Lackierung Elemente eines früheren Entwurfs von Ex-Präsident Donald Trump auf. Dessen Vorschlag in Rot, Weiß und Blau war 2022 verworfen worden, nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass dunklere Farben zu Überhitzungsproblemen führen könnten.
Neue Generation der Präsidentenmaschine
Das neue Design wird auf die VC-25B aufgetragen – so lautet die militärische Bezeichnung für die umgebauten Boeing 747-8i, die künftig als Air Force One dienen sollen. Im Rahmen des Programms werden zwei Maschinen dieses Typs mit modernster Kommunikations- und Verteidigungstechnik ausgestattet, um den Präsidenten sicher transportieren zu können.
Allerdings ist das Projekt inzwischen rund vier Jahre im Verzug. Die Auslieferung der neuen Flugzeuge wird derzeit für 2028 erwartet. Ursprünglich hatte Boeing 2018 einen Festpreisvertrag über 3,9 Milliarden Dollar für die Lieferung der beiden Maschinen unterzeichnet. Inzwischen belaufen sich die Kosten für Boeing nach eigenen Angaben auf mehr als fünf Milliarden Dollar.
Übergangslösung mit umgebauter Maschine
Als Übergangslösung hat die US-Regierung den Rüstungskonzern L3Harris Technologies beauftragt, eine Boeing 747 umzurüsten, die zuvor von der Regierung Katars genutzt wurde. Die USA hatten das luxuriös ausgestattete Flugzeug 2025 als Geschenk aus Katar angenommen. Auf Wunsch des Weißen Hauses soll es zügig für den Einsatz als temporäre Air Force One angepasst werden.
Zudem sollen auch vier modifizierte Boeing 757-200, die unter anderem den Vizepräsidenten, Kabinettsmitglieder und Kongressabgeordnete transportieren, die neue Lackierung erhalten. Die Umlackierung erfolgt im Rahmen regulärer Wartungsintervalle. Eine Maschine sei bereits neu lackiert worden und soll in den kommenden Monaten wieder in Dienst gestellt werden, teilte die Luftwaffe mit.
Offene Fragen zu Hitzeproblemen
Details dazu, wie die neue Farbgebung mögliche thermische Probleme vermeiden soll, nannte die Air Force bislang nicht. Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass dunklere Lackierungen zusätzliche technische Anpassungen sowie höhere Kosten und längere Bauzeiten verursachen könnten.
Die derzeit im Einsatz befindlichen Präsidentenmaschinen vom Typ Boeing 747-200 sind seit 1990 im Dienst. Im Dezember erwarb die Luftwaffe zudem zwei gebrauchte 747-8 für rund 400 Millionen Dollar. Diese sollen künftig für die Ausbildung der Besatzungen sowie zur Sicherstellung der Ersatzteilversorgung genutzt werden, um den Übergang zur neuen Flotte vorzubereiten.
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