Mit dem neuen Lehrprojekt „LEIPIZ – Leipziger Praxisstart-Initiative Zahnmedizin“ setzt die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig ein starkes Zeichen gegen den drohenden Zahnarztmangel im ländlichen Raum. Ziel der Initiative ist es, Studierende frühzeitig für eine berufliche Zukunft in Sachsen zu begeistern – idealerweise mit einer eigenen Praxis auf dem Land.
Das innovative Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen (KZV) entwickelt. Es ermöglicht Zahnmedizin-Studierenden bereits während ihres Studiums praxisnahe Einblicke in niedergelassene Zahnarztpraxen. Erfahrene Mentorinnen und Mentoren begleiten die angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzte individuell und vermitteln nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch wertvolle Erfahrungen im Praxisalltag.
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow betont die strategische Bedeutung des Projekts: Sachsen investiere gezielt in eine wohnortnahe und zukunftsfeste medizinische Versorgung. LEIPIZ stehe für Verantwortung, Qualität und nachhaltige Strukturentwicklung.
Auch Studiendekan Prof. Dr. Dr. Till Köhne sieht in der Initiative eine wichtige Antwort auf den demografischen Wandel: In den kommenden Jahren werden viele Zahnärztinnen und Zahnärzte altersbedingt ausscheiden. LEIPIZ vermittelt deshalb frühzeitig Wissen zu Praxisgründung, Betriebswirtschaft, Abrechnung, Patient:innenkommunikation und sogar zu Themen wie Künstliche Intelligenz im Praxisbetrieb.
Die Resonanz ist ermutigend: Fast jede zweite Absolventin beziehungsweise jeder zweite Absolvent kann sich vorstellen, in Sachsen zu bleiben – viele sogar mit einer eigenen Praxis im ländlichen Raum.
Ergänzend dazu wurde im Dezember 2025 die Landzahnarztquote beschlossen. Ab dem Wintersemester 2026/27 werden in Sachsen zusätzliche Studienplätze gezielt an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich zu einer späteren Tätigkeit im ländlichen Raum verpflichten.
Mit LEIPIZ entsteht so eine starke Brücke vom Studium in die Praxis – und ein wichtiger Baustein für die langfristige Sicherung der zahnärztlichen Versorgung in Sachsen.
Kommentar hinterlassen