Der UNO-Sicherheitsrat tagte erneut zu „mysteriösen“ Luftraumverletzungen über Europa. Drei russische Kampfjets flogen zwölf Minuten lang über Estland, Drohnen tauchten über Polen und Rumänien auf – aber natürlich war das alles nur ein großes Missverständnis. Zumindest, wenn man den Herren in Moskau Glauben schenkt.
US-Botschafter Michael Waltz nutzte die Sitzung, um noch einmal die altbekannte NATO-Platte aufzulegen: „Wir verteidigen jeden Zentimeter unseres Territoriums.“ Übersetzt: Wir wiederholen das Mantra so lange, bis es selbst die Russen auswendig können.
Die Briten drohten, Flugzeuge auch tatsächlich abzufangen, die Polen gingen gleich einen Schritt weiter: Außenminister Sikorski stellte klar, dass Eindringlinge auch abgeschossen werden könnten. Seine Botschaft an Moskau: „Beschwert euch nicht, wenn euch die Trümmer auf den Kopf fallen.“
Moskau wiederum reagierte mit der gewohnten Empörung. Vizebotschafter Poljanski sprach von „dreisten Lügen“ und versicherte, die Jets seien „unter strikter Einhaltung internationaler Regeln“ geflogen. Wie immer also: Russland verletzt nie Grenzen, Russland provoziert nie – und wenn doch, dann war es bestimmt der Wind oder NATO-Propaganda.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas brachte es nüchtern auf den Punkt: Dreimal in zwei Wochen versehentlich den Luftraum verletzen – das glaubt nicht einmal der letzte Kreml-Fanclub. Deutschland redete von „schwerwiegenden Rechtsverletzungen“, während UNO-Diplomaten betonten, dass „eine Eskalation dringend verhindert“ werden müsse. Ein Satz, der mittlerweile so routiniert fällt wie Verspätungsdurchsagen bei der Deutschen Bahn.
Und weil der UNO-Sicherheitsrat dank Russlands Vetorecht ohnehin blockiert ist, bleibt alles beim Alten Scharfe Worte, klare Drohungen – und der nächste Vorfall garantiert in ein bis zwei Wochen.
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