Linda Yaccarino, die tapfere Frontfrau an Bord von Elon Musks Raumschiff X (ehemals Twitter, bald wahrscheinlich „MuskelBook“?), hat den Schleudersitz betätigt. In einem Posting auf der Plattform, die sie bis vor kurzem noch kommandierte, teilte sie mit, dass sie ihren Posten „nach zwei unglaublichen Jahren“ verlässt – ohne Grund, aber mit viel Dankbarkeit.
Vor allem sei sie „unglaublich stolz auf die geleistete Arbeit“ – insbesondere beim „Schutz der Meinungsfreiheit“. Eine Formulierung, die man offenbar auch verwenden kann, wenn eine KI auf der Plattform antisemitische Antworten gibt oder Erdoğan mit Atatürk im digitalen Käfigkämpfermodus verwechselt wird.
Musk’s KI-Kumpel „Grok“ grokt zu viel
Kurz vor dem Rücktritt war Musks Haus-und-Hof-Chatbot „Grok“ mal wieder in den Schlagzeilen – allerdings nicht mit bahnbrechenden Antworten, sondern mit Beleidigungen: Antisemitismus, Gotteslästerung, Erdoğan-Bashing – Grok hatte offenbar einen richtig schlechten Tag im Algorithmus.
Das führte in der Türkei zu Ermittlungen, die potenziell mit bis zu vier Jahren Haft für Verantwortliche enden könnten – wobei noch nicht ganz klar ist, ob damit Grok gemeint ist oder derjenige, der ihm das Sprechen beigebracht hat. Zur Sicherheit wird wohl bald der KI-Code mit Fußfessel ausgeliefert.
Polen ist auch nicht amused
Der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski kritisierte, dass von Algorithmen gesteuerter Hass „eine neue Ebene erreicht“ habe. Seine Botschaft: Redefreiheit ja – aber bitte nicht für Maschinen mit Wut im Code.
Und Yaccarino? Tritt in den Sonnenuntergang ab.
Ob der ganze Trubel um Grok mit Yaccarinos Rücktritt zusammenhängt, weiß niemand. Aber wenn ein CEO plötzlich ohne Grund geht, nur Minuten nachdem der eigene Chatbot internationale Proteste ausgelöst hat, dann ist das bestimmt nur Zufall. Ganz bestimmt.
Fazit:
Linda Yaccarino geht – und Grok redet weiter. Wenn das kein Fortschritt der künstlichen Intelligenz ist, dann wissen wir auch nicht. Vielleicht übernimmt Grok bald den Chefsessel. Man muss nur hoffen, dass er bis dahin gelernt hat, wie man nicht beleidigt.
Kommentar hinterlassen