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Nach Paypal-Ausfall: Politiker fordern europäische Alternativen im Zahlungsverkehr

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Der jüngste Ausfall von Sicherheitssystemen beim US-Zahlungsdienstleister Paypal hat eine politische Debatte über die Abhängigkeit Europas von amerikanischen Digitalriesen ausgelöst. Verbraucherschutzpolitiker im Europaparlament fordern den konsequenten Ausbau europäischer Zahlungssysteme, um Risiken zu verringern und die digitale Souveränität der EU zu stärken.

Forderung nach mehr Unabhängigkeit

Die Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz im Europaparlament, Anna Cavazzini (Grüne), betonte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Europa muss unabhängiger werden von der US-Dominanz im Digitalen.“ Eine stärkere Förderung europäischer Alternativen sei notwendig, um im Krisenfall nicht von der Stabilität einzelner US-Konzerne abhängig zu sein. Zudem könnten nur mit europäischen Lösungen Sicherheits- und Verbraucherschutzstandards konsequent durchgesetzt werden.

Wero als europäische Option

Auch der Grünen-Politiker Till Steffen verwies auf bestehende Initiativen: Mit Wero gebe es bereits ein europäisches Zahlungssystem, das unter anderem in Frankreich und Belgien stark genutzt werde. Das System basiert auf Instant Payments und soll mittelfristig in weiteren EU-Ländern eingeführt werden. Ziel sei es, eine leistungsfähige, sichere und europäisch kontrollierte Alternative zu US-Diensten wie Paypal, Apple Pay oder Google Pay aufzubauen.

Hintergrund: Störungen bei Paypal

Der Ausfall der Sicherungssysteme hatte jüngst dazu geführt, dass Zahlungen zeitweise nicht ordnungsgemäß verarbeitet wurden. Für Verbraucher und Händler bedeutete dies Verzögerungen und Unsicherheiten – ein Problem, das nach Ansicht von Kritikern zeigt, wie stark Europa bislang von außereuropäischen Anbietern abhängig ist.

Ausblick

Die Debatte dürfte die Diskussion um die digitale Souveränität Europas weiter anheizen. Neben Zahlungsdiensten geht es dabei auch um Cloud-Lösungen, soziale Netzwerke und Künstliche Intelligenz. Für den Zahlungsverkehr jedenfalls sehen Politiker die Zeit gekommen, dass die EU eigene Strukturen aufbaut, die mit internationalen Angeboten konkurrieren können.

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