Auf einen sportlichen Albtraum folgte ein bemerkenswerter Moment der Würde.
Ilia Malinin, 21 Jahre alt und als „Quad God“ gefeierter Favorit auf Olympiagold, erlebte bei den Winterspielen 2026 einen der bittersten Abende seiner Karriere. Im Kürprogramm stürzte er zweimal, patzte bei weiteren Sprüngen und landete am Ende nur auf Rang acht – eine der größten Enttäuschungen eines Goldfavoriten in der Geschichte des olympischen Eiskunstlaufs.
Doch was nach dem Wettkampf geschah, beeindruckte mindestens ebenso sehr wie das Scheitern auf dem Eis.
Anstatt sich zurückzuziehen oder seinem Frust freien Lauf zu lassen, gratulierte Malinin zunächst dem überraschenden Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan herzlich. Kurz darauf stellte er sich den Medien – ruhig, höflich und reflektiert.
Im Gespräch mit NBC erklärte er offen: „Vielleicht war ich zu selbstbewusst. Die olympische Atmosphäre ist unglaublich – ganz anders als jeder andere Wettbewerb. Der Druck ist unreal.“ Sein erster Gedanke nach dem letzten Ton seiner Musik? „Ich habe es vermasselt. Ich konnte nicht glauben, dass das gerade passiert ist.“
Auch im anschließenden Interviewmarathon in der Mixed Zone blieb Malinin geduldig. Er beantwortete jede Frage ausführlich, ohne Ausflüchte, ohne Gereiztheit. Stattdessen sprach er ehrlich über die mentale Überforderung in diesem besonderen Moment: „Es ging alles so schnell. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.“
Gerade im Spitzensport reagieren Athleten nach schweren Niederlagen oft anders – mit Wut, Schweigen oder Vorwürfen. Malinin hingegen zeigte Größe. Und das in dem Bewusstsein, dass er vier Jahre auf eine neue olympische Chance warten muss.
Seine Kür wird als sportliche Enttäuschung in Erinnerung bleiben. Sein Verhalten danach jedoch als Beispiel für Charakterstärke.
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