Eine 63-jährige Frau hatte seit 30 Jahren keine Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durchführen lassen. Erst nachdem ihre Ehefrau an der Krankheit gestorben war, überwand sie ihre Angst und ließ sich selbst untersuchen.
Beide Frauen hatten sexuelle Gewalt erlebt und empfanden gynäkologische Untersuchungen deshalb als besonders belastend und invasiv. Außerdem glaubten sie lange dem Irrtum, lesbische Frauen müssten sich weder um HPV noch um Gebärmutterhalskrebs sorgen.
HPV, das humane Papillomavirus, gehört jedoch zu den wichtigsten Ursachen dieser Krebsart. In den Vereinigten Staaten werden jährlich etwa 13.000 neue Fälle diagnostiziert, rund 4.000 Menschen sterben daran.
Die beiden Frauen hatten sich im Jahr 2000 über das Internet kennengelernt. Obwohl sie zunächst rund 8.000 Kilometer voneinander entfernt lebten, entwickelte sich schnell eine enge Beziehung. Trotz rechtlicher und finanzieller Schwierigkeiten blieben sie zusammen, wurden später eingetragene Lebenspartnerinnen und heirateten schließlich.
Im Jahr 2022 bekam eine der Frauen starke und anhaltende Bauchschmerzen. Zunächst wurden frühere Verdauungsprobleme als mögliche Ursache vermutet. Eine Untersuchung zeigte jedoch eine auffällige Masse im Becken.
Weitere Untersuchungen waren für sie wegen ihrer traumatischen Erfahrungen äußerst belastend. Schließlich wurde ein großer Tumor am Gebärmutterhals festgestellt. Es folgten Chemotherapie, Bestrahlungen, Operationen und eine sogenannte Brachytherapie, bei der radioaktive Strahlung direkt am Tumor eingesetzt wird.
Trotz zahlreicher Behandlungen breitete sich die Krankheit weiter aus. Schließlich gab es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit mehr.
Nach dem Tod ihrer Ehefrau beschloss die überlebende Frau, sich selbst untersuchen zu lassen. Weil sie weiterhin große Angst vor einem klassischen Abstrich hatte, nutzte sie einen zugelassenen Selbsttest für zu Hause.
Die Anwendung empfand sie als unkompliziert und kaum belastender als die Verwendung eines Tampons. Das Ergebnis zeigte Hinweise auf eine Hochrisiko-HPV-Infektion.
Weitere Untersuchungen ergaben schwere Zellveränderungen, aus denen sich ohne Behandlung Krebs hätte entwickeln können. Nach einer medizinischen Therapie waren ihre späteren Befunde unauffällig. Sie ist überzeugt, dass die Untersuchung ihr Leben gerettet hat.
Heute möchte sie andere Menschen ermutigen, Vorsorgeuntersuchungen nicht aus Angst, Scham oder falschen Vorstellungen aufzuschieben. Besonders für Menschen mit belastenden Erfahrungen können Selbsttests und eine traumasensible medizinische Betreuung den Zugang zur Früherkennung erleichtern.
Ihre Botschaft lautet: Vorsorge kann Leben retten. Wer unsicher ist, sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt über das persönliche Risiko und geeignete Untersuchungsmöglichkeiten sprechen.
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