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Miss Major Griffin-Gracy, Pionierin der Transbewegung und Stonewall-Veteranin, stirbt mit 78 Jahren

Myriams-Fotos (CC0), Pixabay
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Die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Miss Major Griffin-Gracy, eine der bedeutendsten Stimmen der Transgender- und LGBTQ+-Bewegung, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte am Montag ihre Organisation House of GG (Griffin-Gracy Educational Retreat and Historical Center) mit. Miss Major sei am 13. Oktober im Kreis ihrer Familie und Freunde friedlich in ihrem Zuhause in Little Rock, Arkansas, gestorben. Eine Todesursache wurde nicht genannt.


Eine „Mutter der Bewegung“

Miss Major, wie sie von ihren Mitstreiter:innen genannt wurde, galt als eine der prägenden Persönlichkeiten der frühen Transgenderbewegung in den USA. Sie kämpfte mehr als fünf Jahrzehnte lang für die Rechte von trans Frauen, People of Color und Inhaftierten, die Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt waren.

„Trans zu sein ist kein Weg in die Hölle“, sagte sie in einem Interview mit USA TODAY Anfang dieses Jahres.

Geboren 1946 in Chicago, wusste sie schon als Kind, dass ihr wahres Geschlecht weiblich war, obwohl sie damals noch keine Worte dafür hatte. In den 1960er-Jahren zog sie nach New York City, wo sie in der queeren Szene aktiv wurde und in Dragshows auftrat – unter anderem im legendären Apollo Theater.


Stonewall 1969 – der Beginn einer Revolution

In der Nacht des 28. Juni 1969 war Miss Major im Stonewall Inn in New Yorks Greenwich Village, als die Polizei eine Razzia gegen die Gäste durchführte – eine Szene, die den Beginn des modernen LGBTQ+-Aktivismus markieren sollte.

Sie erinnerte sich, wie die Polizei Transfrauen und Dragqueens besonders grob behandelte:

„Sie waren unverschämt. Sie fassten uns an, schubsten uns, und niemand half uns, als sie uns abführten“, sagte sie später.

Die Proteste jener Nacht wurden zu einem Wendepunkt. Miss Major kritisierte jedoch, dass die Rolle von Transmenschen in der Geschichtsschreibung häufig übergangen wurde:

„Die Schwulen und Lesben haben Stonewall zu ihrer Revolte gemacht. Unsere Stimmen wurden überschattet.“


Leben für die Community

Nach einer Haftstrafe in den 1970er-Jahren begann Miss Major, sich besonders für trans Inhaftierte einzusetzen. Sie leitete später das Transgender, Gender-Variant and Intersex Justice Project in San Francisco und engagierte sich in der AIDS-Hilfe.

2016 gründete sie in Arkansas das House of GG, ein Bildungs- und Zufluchtszentrum für Black Trans Women im Süden der USA.

„Wir leben heute, weil sie gelebt hat“, sagte Shelby Chestnut vom Transgender Law Center. „Miss Major hat uns gezeigt, wie man nicht nur überlebt, sondern gedeiht.“


Ein bleibendes Vermächtnis

Miss Major hinterlässt ihren langjährigen Partner Beck Witt, ihre drei Söhne Asaiah, Christopher und Jonathon, ihre Schwestern Tracie O’Brien und Billie Cooper – und unzählige Menschen, die sie inspiriert und unterstützt hat.

„Sie war eine Revolutionärin, eine Visionärin, eine Legende“, sagte Kierra Johnson, Leiterin der National LGBTQ Task Force. „Eine wahre Mutter unserer Bewegung.“

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