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Merz lädt zu Ukraine-Videoschalte – Europäische Abstimmung vor heiklem Trump-Putin-Treffen

renateko (CC0), Pixabay
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Zwei Tage vor dem angesetzten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska verstärken Deutschland und die Europäische Union ihre diplomatischen Abstimmungen. Ziel ist es, geschlossene Positionen zu entwickeln und zu verhindern, dass bei den Gesprächen zwischen Washington und Moskau über die Köpfe der Ukraine und der europäischen Partner hinweg Entscheidungen getroffen werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat für heute zu einer mehrstufigen Videoschalte eingeladen. In der ersten Sitzung beraten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs gemeinsam mit Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj. Auf der Tagesordnung stehen eine Bestandsaufnahme der militärischen Lage in der Ukraine, die Koordinierung künftiger militärischer und finanzieller Hilfen, Strategien zur Aufrechterhaltung des politischen Drucks auf Russland sowie mögliche diplomatische Optionen.

Im zweiten Teil der Schalte werden US-Präsident Trump und Vizepräsident J.D. Vance hinzugeschaltet. Die Gesprächsrunde soll eine gemeinsame transatlantische Linie festlegen, um beim Gipfel in Alaska geschlossen gegenüber Russland aufzutreten. Dabei geht es nicht nur um die weitere Unterstützung der Ukraine, sondern auch um Sicherheitsgarantien für Osteuropa, Sanktionen, Fragen der Energieversorgung sowie um die künftige NATO-Strategie.

Die Vorbereitungen spiegeln die Sorge wider, dass Trump und Putin im direkten Gespräch zu Vereinbarungen kommen könnten, die westliche Sicherheitsinteressen unterlaufen oder den Druck auf Moskau abschwächen. Mehrere europäische Diplomaten warnen, dass Russland gezielt auf bilaterale Deals setzen könnte, um die Einheit des Westens zu spalten.

Der bevorstehende Gipfel in Alaska gilt als einer der sensibelsten bilateralen Kontakte seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Neben der Ukraine-Frage könnten auch andere geopolitische Themen auf die Agenda kommen – darunter die strategische Rüstungskontrolle, die Lage in Syrien und im Nahen Osten, sowie mögliche Kooperationsfelder in der Arktis.

Politische Beobachter sehen in den heutigen Abstimmungen nicht nur einen kurzfristigen Schutz vor unerwünschten Alleingängen, sondern auch einen Test für die Handlungsfähigkeit der transatlantischen Allianz. Ein Scheitern an dieser Hürde könnte das Vertrauen in die gemeinsame Sicherheitsarchitektur nachhaltig beschädigen.

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