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Mehrheit der Amerikaner kritisch gegenüber Trumps Außenpolitik

johnhain (CC0), Pixabay
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Fast drei Monate nach Beginn seiner zweiten Amtszeit sieht sich US-Präsident Donald Trump mit wachsender Skepsis hinsichtlich seiner außenpolitischen Entscheidungen konfrontiert. Das zeigt eine neue Umfrage des renommierten Pew Research Centers, das regelmäßig Meinungsbilder zur politischen Stimmung in den USA erhebt.

Laut der Umfrage beurteilen mehr Amerikaner Trumps außenpolitische Kurswechsel negativ oder mit Unsicherheit, als dass sie ihn aktiv unterstützen. Besonders kritisch sehen viele Befragte seine Entscheidungen in den Bereichen internationale Zusammenarbeit, Entwicklungshilfe und Handelsbeziehungen.

Zentraler Befund: Mehrheit lehnt Trumps internationale Alleingänge ab

Die Ergebnisse im Überblick:

  • WHO-Austritt: 45 % der Befragten lehnen Trumps Entscheidung ab, die USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückzuziehen. Nur 35 % befürworten sie.

  • Klimapolitik: Der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen stößt ebenfalls auf Ablehnung (46 % dagegen, 32 % dafür).

  • Kürzung der Entwicklungshilfe: Die Beendigung der meisten Programme der US-Entwicklungshilfeagentur USAID lehnen 52 % ab, nur 32 % stimmen zu.

Ukraine-Konflikt: Trump gilt vielen als zu russlandfreundlich

Auch Trumps Versuch, sich als Vermittler im russisch-ukrainischen Krieg zu positionieren, wird kritisch bewertet. Laut Pew-Umfrage sind 43 % der Befragten der Meinung, Trump favorisiere Russland zu stark, nur 31 % sehen eine ausgewogene Haltung. 22 % äußerten sich unentschieden.

Der Präsident hatte bei einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj im März gemeinsam mit Vizepräsident J.D. Vance mangelnde Dankbarkeit für die US-Hilfe beklagt.

Nahost-Politik spaltet die Meinungen

In Bezug auf den Nahostkonflikt zeigt die Umfrage ein uneinheitliches Bild. 31 % der Amerikaner meinen, Trump bevorzuge Israel, 29 % halten seine Politik für ausgewogen, 3 % sehen eine zu starke Bevorzugung der Palästinenser. Erstaunlich: 37 % gaben an, unsicher zu sein, wie sie Trumps Haltung einschätzen sollen.

Für Aufsehen sorgte Trumps Vorschlag im Februar, die USA könnten den Gazastreifen übernehmen und Palästinenser umsiedeln – geäußert bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.

Zölle auf China stoßen auf breite Ablehnung

Besonders deutlich fiel die Kritik an Trumps Wirtschaftspolitik aus: 52 % der Befragten halten die neuen Zölle auf chinesische Waren für schädlich für die USA, 53 % sehen persönliche Nachteile. Nur etwa 10 % glauben an positive Auswirkungen. Die Umfrage fand jedoch vor der jüngsten Ausweitung der Strafzölle auf 104 % statt.

Mehrheit lehnt Landnahme-Pläne ab

Eindeutig ist das Meinungsbild zu Trumps Vorschlägen, etwa Grönland oder den Gazastreifen zu übernehmen:

  • 53 % lehnen den Erwerb Grönlands ab,

  • 62 % sprechen sich gegen eine US-Übernahme Gazas aus.

Weitere Erkenntnisse der Umfrage:

  • Ältere Amerikaner (50+) unterstützen Trumps Außenpolitik tendenziell stärker als jüngere Generationen.

  • Etwa jeder fünfte Befragte gab an, unsicher zu sein, wie sich Trumps Zölle auf China auf ihr eigenes Leben auswirken werden.

Hintergrund zur Umfrage

Die Daten stammen aus einer landesweiten Befragung des Pew Research Center, durchgeführt zwischen dem 24. und 30. März 2025. Befragt wurden 3.605 Erwachsene in den USA. Die Ergebnisse wurden gewichtet, um ein möglichst repräsentatives Meinungsbild zu erhalten. Die Fehlertoleranz liegt bei ±1,9 Prozentpunkten.


Fazit

Auch wenn Präsident Trump mit einer kompromisslosen „America First“-Politik an seine erste Amtszeit anknüpft, wird seine außenpolitische Linie von einem Großteil der amerikanischen Bevölkerung mit Skepsis betrachtet – besonders, wenn es um internationale Kooperation, Handelskonflikte und geopolitische Machtfragen geht.

Ob sich diese Haltung bei kommenden Wahlen auswirkt, bleibt abzuwarten – fest steht jedoch: Der außenpolitische Rückhalt für Trump ist brüchig.

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