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Luxus adé: Lamarr wird zum Lama(r)ntlichen Wohn(t)raum

qimono (CC0), Pixabay
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Die goldene Vision eines Luxuskaufhauses an der Mariahilfer Straße ist offiziell passé. Statt Gucci, Prada und dekadentem Schampus gibt’s künftig Altbaufeeling mit Neubaucharme – und wahrscheinlich eine Billa-Filiale im Erdgeschoß.

Wie die ZIB2 enthüllte (mit dem subtilen Drama eines Architekturkrimis), wurden gestern Abend die Anrainer über die neue Zukunft des gescheiterten Signa-Vorzeigeprojekts informiert. Und die staunten nicht schlecht: Der seit Monaten stilvoll stillgelegte Rohbau wird bis auf den ersten Stock wieder zurückgebaut. Rückwärts bauen – das können wir in Wien.

Die neue Vision: Statt einem Luxustempel namens Lamarr – benannt nach der Hollywood-Ikone Hedy Lamarr, die wahrscheinlich im Grab rotiert – sollen nun 200 Wohnungen entstehen. Für wen genau, bleibt wie immer ein Mysterium. Aber Hauptsache: leistbar laut Broschüre, exklusiv laut Preis.

Hotel bleibt – schließlich braucht Wien dringend noch eins

Ganz aufgeben will man aber nicht. Die Stumpf Development GmbH, neuer Eigentümer und offenbar bekennender Freund halbfertiger Prestigeprojekte, hält am geplanten Hotel im hinteren Grundstücksteil fest. Denn wenn Wien eins braucht, dann ein weiteres Hotel. Zwischen den 18.000 existierenden ist sicher noch ein Plätzchen frei.

Und das Beste: Die öffentlich zugängliche Dachterrasse bleibt! Ein Hoffnungsschimmer für Instagrammer, Aussichtsliebhaber und jene, die gratis Höhenluft schnuppern möchten, während unten wieder jemand fragt, ob das ein Park oder ein Parkpickerl ist.

Fazit: Vom Investment-Wolkenkratzer zum Mieter-Paradies (vielleicht)

Vom einstigen „Kaufhaus der Superlative“ bleibt nicht viel übrig – außer ein Hauch von Betonromantik und die leise Hoffnung, dass sich diesmal wenigstens die Bauarbeiter nicht nach drei Wochen verabschieden. Bis dahin rollt der Bagger rückwärts, während die Mariahilfer Straße langsam weiterlebt – mit einem Projekt, das jetzt wenigstens nicht mehr hoch hinaus, sondern realistisch denkt.

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